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Erdbeben Italien: 10 000 Gebäude beschädigt oder zerstört

Veröffentlicht in : Nachrichten, Schlagzeilen




Viele Tote und Verschüttete bei Erdbeben in MittelitalienSchreckliche Szenarien in den Abruzzen und deren Hauptstadt L’Aquila, wo nach einem starken Erdbeben laut dem Katastrophenschutz mindestens 10 000 Gebäude beschädigt oder gänzlich zerstört wurden. Bisher hatte man 40 Todesopfer und unzählige Vermisste aus der Region gemeldet, doch wie es bei den meisten starken Erdbeben leider war, zeigten die ersten Opferzahlen immer nur den Anfang des Grauens und spiegelten nicht das wahre Ausmaß der Tragödien wieder. Das Erdbeben hatte nach Angaben des amerikanischen Institutes für Geophysik eine Stärke von 6,3 auf der Richter-Skala. Das Epizentrum lag in Süditalien ca. 95 Kilometer von Rom entfernt in etwa 5 Kilometern Tiefe. Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat den nationalen Notstand ausgerufen und seine für den Vormittag geplante Reise nach Moskau abgesagt um in das Katastrophengebiet zu fahren. Der italienische Zivilschutz hat Material und Helfer aus mehreren Teilen des Landes im Erdbebengebiet zusammengezogen. Die meisten Strassen nahe dem Epizentrum des Bebens in der Region dürfen nicht mehr befahren werden, da Einstürze drohen.

Das Drama begann gegen 3.32 Uhr morgens, als alle Menschen in den Abruzzen schliefen. Mehrere starke Erdbeben rissen hunterttausende Bewohner aus dem Schlaf. Die Auswirkungen waren deutlich bis in die italienische Haupstadt Rom zu spüren. Schon um 4 Uhr morgens war klar, dass es viele Todesopfer gegeben haben muss und kaum ein Gebäude in der betroffenen Region ohne Schaden davon gekommen war. Der Katastrophenschutz vor Ort spricht von der schlimmsten Tragödie des Jahrtausends. Die Polizei bestätigte um 8 Uhr eine Zahl von 16 Toten, darunter auch 5 Kindern. Die Opfer seien in Castelnuovo, Poggio, Picenze, Tormintarte und Fossa geborgen worden und überall seien Rettungsteams und Bewohner der Städte und Dörfer der Region dabei. teilweise mit den Händen, nach Verschütteten zu graben.

Im Krankenhaus von L’Aquila herrscht seit dem frühen Morgen das Chaos. Schreiende, teilweise halbnackt Menschen laufen umher und immer wieder wurden in den letzten Stunden Verletzte und Tote herangefahren, zuletzt waren es vier Kinder die durch Mauerteile ihres Hauses erschlagen worden waren. In der Innenstadt von L’Aquila sind viele historische Gebäude zerstört worden. Auch mindestens ein Hotel, ein Krankenhaus, die Polizeistation, ein Studentenwohnheim, Kirchen und andere öffentliche Bauten wurden zerstört oder stark beschädigt.
Am vergangenen Freitag sollen die Bewohner der betroffenen Region angeblich von einem privaten Emissions- Messer vor der Katastrophe gewarnt worden sein. Seine Warnung habe Panik ausgelöst, sei aber von den Behörden kritisiert und nicht ernst genommen worden.

Aktualisierungen

Update: 9.40 Uhr

L'Aquila wird weiterhin von Beben mittlerer Stärke erschüttert, was zu noch mehr Paniken unter den Bewohnern führt. Auf dem Pasquale Paoli Platz war u.a ein Studentenwohnheim zusammengestürzt. Etwa 50 Männer der Feuerwehr und ander Helfer graben zur zeit mit leichtem und schwerem Gerät in den Trümmern des Gebäudes nach dutzenden Studenten die hier vermisst werden. Es ist ein Wettlauf mit der Zeit. Bisher konnten die Retter erst eines dieser Opfer, leider tot, bergen. Verwandte und Freunde der Verschütteten rufen immer wieder ihre Namen, in der Hoffnung dass sich jemand meldet. Ähnliche Tragödien spielen sich in der ganzen, von der Naturgewalt betroffenen, Region ab.

Video: Helfer suchen nach Opfern unter einem zerstörten Studenten- Wohnheim



Update 10.10 Uhr

Zwei Regimenter der italienische Armee wurden zur Hilfe in die Katastrophenregion entsandt. Über der gesamten Region der Abruzzen sind Hubschrauber des Militärs und von Rettungsdiensten im Einsatz um Verletzte zu transportieren oder nach schwerbeschädigten Gebäuden und Infrastruktur Ausschau zu halten. Ein Dorf Namens Onna soll es nach den bisherigen Schätzungen des Krisenstabes am schlimmsten getroffen haben. Es sei zu über 50% zerstört. Die Retter am zusammengestürzten Stundentenwohnheim in L'Aquila melden Lebenszeichen unter den Trümmern des Gebäudes.

Amateur Video zeigt Auswirkungen des Erdbenes in L´Aquila

 


Update 10.40 Uhr


Die Universität von Danzig meldet im Radio dass man Nachrichten von 5 polnischen Studenten habe, welche sich in L'Aquila zu Studien aufhalten. Ihr Quartier sei nur mäßig betroffen vom Erdbeben und niemand wäre verletzt worden. Der Bürgermeister der Stadt sagte vor wenigen Minuten dass die Ortschaft Onna dem Erdboden gleich gemacht worden sein solle. Mindestens 70 000 Menschen hätten kein Zuhause mehr meldet der italienische Fernsehsender "Rai Uno".

Update 11.10 Uhr


Der Papst in Rom äußerte "sein tiefstes Mitgefühl zum Schmerz der von dem Erdbeben betroffenen Menschen", er bete für die Opfer und insbesondere für die Kinder und auch Überlebenden, schrieb Benedikt XVI in einem Telegramm an den Präsidenten von Abruzzen. Es gibt noch keinen Überblick über die Zahlen von der bei dieser Naturkatastrophe verletzten Opfer. Die Zahl der Toten soll inzwischen nochmals gestiegen sein, offizielle Informationen liegen allerdings dazu noch nicht vor. Ebenso ist unklar wieviel Menschen in der Region noch vermisst werden.

Update: 12.00 Uhr

Die Zahl der Todesopfer des Erdbebens ist laut der Italienischen Nachrichtenagentur Ansa auf 40 gestiegen. Unter den Toten und Vermissten sollen auch Ausländer sein, teilte der Krisenstab mit. Aus den Trümmern eines Hauses in San Gregorio (L'Aquila) wurde lebendig ein zweijähriges Kind geborgen. Die Mutter hatte es beim Zusammensturz des Gebäudes mit ihrem Körper geschützt und war dabei selbst getötet worden. Das Kind wurde mit einem Hubschrauber in die nächste Klinik geflogen.Für die Experten des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) sei es unmöglich den zeitlichen Ablauf von Erdbeben vorherzusagen, sagte ein Sprecher der italienischen Regierung in Rom. Auch Formel 1 Pilot Jarno Trulli hatte Angst um seine Mutter bzw. der Familie etwa 40 Kilometer vom Epizentrum des Erdbebens entfernt lebt und telefonierte den ganzen Morgen vom Frankfurter Flughafen aus mit Angehörigen in der Katastrophenregion wo auch er zuhause ist. Er war kurz nach dem ersten Beben aus Malaysia kommend in Deutschland eingetroffen.

Update 16.00 Uhr

Die Behörden in der Hauptstadt der Abruzzen melden zur Stunde bereits über 90 Tote und 1500 Verletzte Opfer des Erdbebens in der Nacht, hierunter viele Kinder. 26 Gemeinden wurden schlimm von den Erdstössen getroffen, die Orte Onna und Castelnuovo bestehen nur noch aus Resten ihrer ehemaligen Pracht. Tausende Tiere und Menschen wandern scheinbar planlos durch die zerstörten Orte in Süditalien. Die Regierung in Rom hate bereits 26 000 Zelte für die Menschen in die betroffene Region abgesandt, welche nun kein zuhause mehr haben.

Italien bittet die EU in Brüssel um Intervention des Europäischen Solidaritätsfonds für Naturkatastrophen. Die Polizei in L'Aquila meldet die ersten Festnahmen von Plünderern, welche sich am Eigentum der Opfer vergriffen hatten. Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi ist vor Ort eingetroffen und hat sich in einer Kaserne der Presse gestellt. Er versprach allen Opfern schnelle Hilfe, warnte aber gleichzeitig die Bewohner vor Aufenthalten in ihren beschädigten Häusern, da man weiter Beben in den nächsten Stunden in der Region nicht ausschliessen könne. Er forderte die Menschen auf sich bei Freunden oder Verwandten vorläufig einzuquartieren. uch seien an der Adria 4000 Zimmer für die Obdachlosen bereitgestellt worden.

Das betroffene Erdbebengebiet scheint nicht sehr groß zu sein, aber die Schäden sind gewaltig. Das Militär hat die Aufsicht nun über die Region übernommen, da die Plünderer in den letzten Stunden an Masse zugenommen haben sollen. Über 4000 Helfer arbeiten ununterbrochen an der Suche und Bergung von weiteren Verschütteten.

Update: 20.15 Uhr

17 Stunden sind seit dem Erdbeben vergangen. Die neuesten Zahlen schockieren alle erneut: Mehr als 150 Tote und fast 75 000 Obdachlose melden Krankenhäuser und Behörden in dem Unglücksgebiet. Wieder wurde eine Mutter gefunden die von herabfallenden Trümmern erschlagen wurde. Sie hielt schützend ihre beiden Kinder in den Armen, was aber nicht geholfen hatte, denn sie starben traurigerweise mit ihrer Mutter. Am Nachmittag fing es in der Region an zu regnen, was nun die weiteren Bergungsarbeiten noch schwieriger gestaltet. Der Region sind unzählige Hilfsangebote aus aller Welt zugegangen, unter diesen auch ein Angebot aus dem polnischen Zielona Gora (Grünberg), der Partnerstadt von L´Aquila in den Abruzzen, welche obdachlos gewordene Kinder aufnehmen will.





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Montag, 6. April 2009
 

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