Krakau - Über was während der Zeit des kalten Krieges in Polen nicht einmal gesprochen werden durfte, wird heute dort verzehrt. Fast 1500 Tonnen uralt- Fleisch aus jener Zeit landenten bereits teilweise in polnischen Kindergärten, Schulen, Altenheime, Gefängnisse und in Lebensmittelgeschäften und das Ekelige hieran ist nicht nur die 25 Jahre alte Ware, sondern auch die Aussage der polnischen Gesundheitsbehörde "SANEPID", die da leugnet dass dieses Ekelfleisch schädlich ist. Wie das Fleisch auf den Tellern von Senioren und Kindern gelangte liest sich gleichfalls wenig appetitanregend. Es wurde in den frühen 80er Jahren für das schwedische Militär produziert und eingelagert. Nachdem es fast zwanzig Jahre niemand gegessen hatte, verkaufte im Jahre 1999 die schwedische Regierung die Fleischerzeugnisse an einen Makler. Die Vereinbarung mit dem Agenten hatte deutlich gemacht, dass die Dosen nur als Tierfutter verwendet werden dürfen.

Vor gut zwei Jahren gingen u.a. 100 000 Büchsen Fleisch an ein Unternehmen Inex in Krakau, dessen Firmensitz im Kinderzimmer einer Privatwohnung beherbergt sein sollte. Beamte der Sanitär-epidemiologischen Behörde räumten ein, dass das Produkt an 12 Unternehmen im südlichen und zentralen Polen, die sich mit der Herstellung von Lebensmitteln beschäftigen, weiterverkauft wurde. "Ihre physikalisch-chemische und mikrobiologische Analyse zeigte keine Schwermetalle und Keime, die Krankheiten verursachen und das Produkt zum Verzehr ungeeignet machen. " - hiess es aber von gleicher Stelle in einer Mitteilung an die Medien. Journalisten des privaten Fersehsenders TVN widersprachen allerdings den Beschönigungen der Gesundheitsbehörde, welche nun unter Verdacht steht bei den Zwischenhändlern keine vorgeschriebenen Kontrollen durchgeführt zu haben. Sie sind in dem Besitz von zwei Dosen des ein Vierteljahrhundert alten Ekelfleisches gekommen und fanden über eine Analyse heraus, dass der Inhalt ranzig war und übel roch. Es sei damit nicht einmal als Tierfutter mehr verwendbar und kann sogar nach einem Verzehr zu Vergiftungen führen.
Noch dicker kam es am Donnerstag, als man herausgefunden hatte, dass der schwedische Makler der Ware Bengt Lindorth, bestreitet überhaupt je einen Vertrag mit einer polnischen Firma gemacht zu haben, gleichwohl kenne er auch kein Unternehmen namens INEX aus Krakau. Die TVN Reporter und Kollegen der schwedischen Tageszeitung "Svenska Dagbladet" ermittelten nun gemeinsam nach Spuren einer internationalen Ekelfleisch-Affäre. Herausgekommen sei hierbei bereits, dass eine Zeugin behauptet habe, dass das Fleisch illegal aus Schweden ausgeführt worden sein soll und unter grauenhaften Bedingungen in Lagerhäusern deponiert worden war. Es gelang ihnen auch 144 Kilogramm solcher Fleischbüchsen für umgerechnet etwa 450.- Euro von einem Händler in Ostpolen zu erwerben. Die ältesten Dosen waren vor 27 Jahren produziert worden, die jüngsten vor 20 Jahren. Laut Hersteller, war keine von ihnen für den Verzehr geeignet, doch Händler Wojciech K. hatte in einer übersichtliche Präsentation die Ware angeboten.
Wojciech K. übergab den TVN Reportern ein Dokument, das SANEPID ausgestellt hatte. Nach einer Begutachtung des Produktes hatte die staatliche Behörde keine Einwände gegen die schwedische Dosen angemeldet. Unterdessen hatte man auch herausgefunden, dass es die Firma INEX in Krakau überhaupt nicht gab. Eine private Mieterin die dort lebt, hatte von INEX in ihrem Leben noch nicht gehört. Die Kollegen von "Svenska Dagbladet" haben ihrerseits ermittelt, dass der schwedische Makler früher Hundertausende Dosen Fleisch in Russland und der Ukraine verkauft hatte, die dann wohl später nach Polen kamen, weil sie in jenen Ländern keine Abnehmer fanden. In Polen sollen Catering-Unternehmen aus verschiedenen Städten mit dem Ekelfleisch Krautwickel, Wurst, Braten, Mortadella und viele andere Produkte "angereichert haben. Auf diesem Wege landete das verarbeitete Fleisch somit schon seit vielen Jahren auch in Schulen, Kindergärten, Altenheimen und Lebensmittelgeschäften. Smacznego, Bon appétit und guten Hunger !
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