Moskau - Der russische Präsident Dmitri Medwedew hat den ehemaligen kommunistischen Staatschef Polens, General Wojciech Jaruzelski, zu den Feiern zum 65. Jahrestag des Sieges über Nazi-Deutschland nach Moskau eingeladen. Gleichwohl hatte bereits der Kreml erst vor wenigen Tagen auch den polnischen Präsidenten Lech Kaczyński zu diesem Großereignis eingeladen - teilte am Samstag Morgen der Leiter der Stabsstelle des Präsidenten der Russischen Föderation Wladimir Kozin den Medien mit. Neben dem 86-jährigen Jaruzelski hat Moskau auch neun weitere ehemaligen Staatschefs eingeladen, deren Heere an den Fronten des Zweiten Weltkriegs in Europa gekämpft haben. Jaruzelski war bereits im Jahre 2005 in Moskau, zum 60. Jahrestag des Sieges über das Dritte Reich. Damals nahm an den Feierlichkeiten auch der polnische Präsident Aleksander Kwaśniewski teil. Eine Reise des Generals in die russische Hauptstadt, gemeinsam mit Widersacher Lech Kaczyński, scheint zumindest zur Zeit noch undenkbar.
Zu der den Feierlichkeiten begleitenden Militärparade auf dem Roten Platz in Moskau hatte Dmitri Medwedew bereits postive Rückmeldungen der Staats- oder Regierungschefs aus Armenien, Frankreich, Kasachstan, Lettland, Deutschland, Moldawien, Serbien, Slowakei, Slowenien, Tadschikistan, Ukraine und Vietnam erhalten. Nun wartet man noch auf die Bestätigungen er Einladungen aus Aserbaidschan, Weißrussland, China, Tschechische Republik, Estland, Griechenland, Israel, Kanada, Kirgisistan, Polen, Turkmenistan, den Vereinigten Staaten, Großbritannien und Italien.
Das russische Macht-Duo Medwedew und Putin kämpfen schon seit längerer Zeit an vorderster Front gegen die von allen Seiten auf Russland hereinbrechenden "Geschichtsfälschungen". Die Sowjetunion, bzw. ihr georgischer Führer Josef Stalin, waren nicht besser als Nazi- Deutschland und Hitler, behaupten Historiker. Bei der Siegesfeier in Moskau soll deshalb insbesondere auf die Rolle der Sowjets als Befreier deutlich hingewiesen werden, um solchen "Lügen" den Wind aus den Segeln zu nehmen. Gleichzeitig will Moskau "andere Sieger" und Verlierer des zweiten Weltkrieges langfristig daran binden, weiterhin die bekannten Geschichtsversionen nach sowjetischer Doktrin zu unterstützen.
Israels, Frankreich, Tschechien, Ungarn, Merkel und die SPD stehen zur stalinistischen Version der Geschichte des zweiten Weltkrieges. Das Baltikum, die Ukraine und Polen verlangen die Ächtung der Sowjets wegen der Okkupation ihrer Staaten, Zerstörungen und unzähligen Verbrechen an ihren Bürgern. Sie haben allerdings auf der anderen Seite das Problem, dass auch sie noch "Leichen" aus damaligen Zeiten im Keller haben und Moskau hierüber bestens Bescheid weiss. Bei den Feiern in Moskau wird man sicherlich, bei dem einen oder anderen vieraugen- Gespräch, daran erinnern.
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