Die Lebenserinnerungen von Karl Dedecius Eine wahrhaft europäische Biografie sind die im Suhrkamp-Verlag erschienenen Lebenserinnerungen von Karl Dedecius. Aufgewachsen ist der Sohn einer schwäbischen Mutter und eines böhmisch-deutschen Vaters in Lodz, der vielsprachigen polnischen Textilmetropole. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges landete der junge Karl Dedecius zuerst beim polnischen Arbeitsdienst, dann in der Großdeutschen Wehrmacht, schließlich in Stalingrad. Sieben Jahre russische Gefangenschaft folgen. Im Lager entdeckt er die russische Literatur und beginnt mit der Übertragung von Lermontow-Gedichten. Nach dem Krieg flüchtet er über Weimar in den Westen und wird Geschäftsstellenleiter einer Versicherung. Er lernt polnische Dichterfreunde kennen und versucht, polnische Literatur in Deutschland bekannt zu machen. Diesseits und jenseits der Grenze gegen Antipathie, Misstrauen und Feindseligkeit ankämpfend, ist sein Lebenswerk heute zum Inbegriff deutsch-polnischer Verständigung geworden, rühmt der Verlag seinen Autor. Der 1921 in Lodz geborenen Karl Dedecius gilt als bedeutendster Mittler polnischer Literatur und Kultur in Deutschland. Als Übersetzer, Autor und Herausgeber sowie als Gründer des Deutschen Poleninstituts in Darmstadt wurde er vielfach gewürdigt und ausgezeichnet, unter anderem mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (1990) und dem Orden des Weißen Adlers (1999) in Polen. Dedecius lebt in Frankfurt am Main. Literaturangaben:
DEDECIUS, KARL: Ein Europäer aus Lodz. Erinnerungen. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2006. 384 S., 22,80 ?.
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