Heute vor 65 Jahren, am 6. Juni 1944 landete eine gewaltige Streitmacht alliierter Truppen in der französischen Normandie um Hitlerdeutschland den Todesstoss zu versetzen und die durch deutsche Truppen okkupierten Länder im Westen Europas zu befreien. Dies war der Beginn der Operation "Overlord". Die Landung selbst hatte den Codenamen Neptun. Die an der Atlantikküste stationierten Truppen der Wehrmacht, die in gut befestigten Bunkern untergebracht waren, traf dieser gewaltige Ansturm völlig unerwartet, denn Hitler hatte nicht damit gerechnet, dass er vom Atlantik aus angegriffen würde und sein militärisches Augenmerk auf den Ärmelkanal gerichtet. Der Großangriff war minutiös durch Amerikaner und Briten geplant, der Zeitablauf auch, denn es war jedem klar, dass die Deutschen, von den Russen im Osten überrannt, der allierten Übermacht nur wenig entgegenzusetzen hatte. Wer zuerst sterben sollte bei der Operation Neptun war ebenfalls geregelt, es waren denn auch meist Polen, Tschechen und Afrikaner, welche durch Landungsboote direkt in das Sperrfeuer der Deutschen geschickt wurden.
Auf einer Konferenz in Washington im Mai 1943 vereinbarten der amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt und der britische Premier Winston Churchill eine gemeinsame Invasion in Frankreich im Frühjahr 1944. Unter dem Oberbefehl von Dwight D. Eisenhower wurde die "Operation Overlord" vorbereitet und durchgeführt. Monatelang wurden Truppen und militärische Ausrüstung von Kanada und den USA nach Großbritannien überführt, wo nach und nach eine riesige Streitmacht und eine Armada von Schiffen zusammengezogen wurde. Am 6. Juni 1944 begann die Operation, an der Soldaten aus Großbritannien, den USA, Polen, Frankreich, Neuseeland, Kanada und vielen anderen Nationen teilnahmen. Der D-Day mit der größten Schlacht des Zweiten Weltkrieges hatte begonnen. Mit fast 3.200 Landungsbooten erreichte am frühen Morgen des 6. Juni 1944 die erste Welle der Invasionsarmee mit 150 000 Soldaten die Küste der Normandie. Geschützt wurden sie von 1.200 Kriegsschiffen und 7.500 Flugzeugen. Die nicht nur zahlenmäßig unterlegenen Verteidiger hatten nicht mehr lange zu leben, sofort aber starben bei dem Angriff tausende allierte Soldaten, meist Polen, Tschechen und Afrikaner, die in den ersten Schiffen saßen, welche die französischen Strände erreichten und durch deutsche Maschinengewehre niedergemetzelt wurden.
Die in Frankreich zum Ende des Juni noch kämpfenden Einheiten der deutschen Wehrmacht sahen sich bereits einer Million allierter Soldaten mit 150 000 Fahrzeugen gegenüber. Für Roosevelt und Churchill war ihre Operation von Beginn an durch absolute Überlegenheit gegenüber den Deutschen gekennzeichnet. Man liess sich sogar die Zeit während der Invasion neue Militärtechnik zu erproben. Für die an den Kämpfen teilnehmenden polnischen Soldaten an allierter Seite, die in 8 eigenen Schiffen aus Großbritannein gekommen waren, bedeutet ihre Teilnahme an der "Operation Neptun" meist den Tod. Wie viele Polen alleine bei der ersten Angriffswelle ihr Leben verloren ist weitestgehends unklar, sicher ist aber das nur am 6. Juni über 10 000 allierte Soldaten ihr Leben lassen mussten und gerade Polen an vorderster Front kämpften. Die deutschen Truppen in der Normandie waren aber insgesamt viel zu schwach und ohne Nachschub um wirksam etwas gegen die Invasion zu unternehmen. So konnten sie nur einzelne Strände verteidigen und wurden alsbald auch von hinten angegriffen, wofür in erster Linie französische Truppen verantwortlich waren, die mit 100 000 Soldaten, davon fast 40 000 aus Afrika, die Reste der deutschen Armee "beseitigten".
Polen nahm mit einigen Jagdbombern und 8 Schiffen, hierunter auch ein Kreuzer sowie ein Zerstörer, an der Operation Overlord teil. Ihre Verluste insgesamt waren gewaltig, wie auch auf Seiten der roten Armee, wo sie ebenfalls an vorderster Front kämpften. Einige noch lebende Veteranen der allierten Invasion 1944 treffen sich alljährlich in der Normandie um ihren Sieg gemeinsam mit diversen Staatsoberhäuptern zu feiern. In diesem Jahr läuft allerdings alles anders als in den Jahren zuvor, denn der französische Staatspräsident Sarkozy hat nicht nur das Programm, sondern auch die Gästeliste diktiert. Er unterliess es offenbar nicht nur die britische Queen zum D.Day Memorial einzuladen, sondern auch den polnischen Präsidenten Kaczynski, der darüber ausser sich vor Wut war. Sarkozy will an diesem 6. Juni Showdown nur mit US Präsident Barack Obama im Lichte der Weltpresse stehen, als seien es alleine Franzosen und Amerikaner gewesen, die sein damals durch die Wehrmacht besetztes Land vom Joch der Nazis befreiten. Bei der Befreiung Frankreichs durch die Allierten sollen fast 400 000 Deutsche Soldaten getötet worden sein, 400 Panzer und 7000 andere Fahrzeuge wurden zerstört. Ihr Rückzug aus der Normandie endete im "Kessel von Falaise" wo dann in erster Linie die 1. polnische Panzer-Division unter General Stanislaw Maczek den fliehenden Deutschen ein blutiges Ende bereitete.
Copyright © 2009 Polskaweb News
Diskutieren Sie diesen Artikel in unserem News Forum
Top Artikel
Neuere Artikel
Beliebte Artikel dieser Kategorie |
|
|