New York - Im Fall der geheimen CIA-Gefängnisse in Osteuropa gibt es zu Litauen neue Informationen aus den USA, die mit Zeugenaussagen unterlegt sind. Demnach seien CIA-Flugzeuge in den Jahren 2004 und 2005 zwischen der litauischen Haupstadt Vilnius und dem afghanischen Kabul gependelt, wobei man in erster Linie Terrorverdächtige transportiert haben soll. Aus US-Geheimdienstkreisen war schon früher bekannt geworden, dass sich in jener Zeit in einem Wald rund 40 Kilometer südlich von Vilnius ein CIA- Geheimgefängnis befunden habe. Der Nachweis der Existenz einer solchen illegalen Haft- und möglicherweise auch Folterstätte der USA in Litauen scheint nach Lage der Dinge und Auswertung aller Beweise, kaum noch von der Hand zu weisen zu sein.

Der amerikanische TV- Sender "ABC News" veröffentlichte weitere Einzelheiten von CIA Einsätzen in Osteuropa, speziell in Litauen, wo z.B. am 20. September 2004 eine Boeing 707 mit der Bezeichnung "N88ZL" mit Al-Qaida-Terroristen an Bord, vom US Stützpunkt Bagram in Afghanistan in die litauische Hauptstadt Vilnius geflogen sei. ABC nennt konkret die Zahl der Gefangenen in dieser Maschine, die Flugrouten und den Zeitpunkt der Landung in Vilnius. Im Juli 2005 soll eine durch den CIA gecharterte Gulfstream IV mit der Kennung "N63MU" einen Direktflug von Kabul nach Vilnius unternommen haben. Mehrere ehemalige CIA-Offiziere sollen den Flug und die Tatsache bestätigt haben, dass er dazu diente, Gefangene nach Litauen zu transportieren.
"ABC News" berichtet auch, dass das Gefängnis in Litauen die letzte Institution des amerikanischen Geheimdienstes dieser Art in Europa war nach dem Ende 2003 das CIA- Gefängnis in Polen aufgegeben worden war. Die Nachweise der Existenz eines illegalen CIA Gefängnisses in Litauen bringt Vilnius nun immer mehr unter Druck. Man steht unter Verdacht der Verschleierung möglicher Verbrechen bzw. der Beihilfe zur Verschleierung derartiger Gefängnisse in Verbindung mit der Verbringung und Folterung von Terrorverdächtigen. Litauen soll nach Aussagen von CIA Mitarbeitern, neben Polen und Rumänien, das dritte EU-Land gewesen sein, in dem sich ein geheimes Gefängnis des Geheimdienstes der USA befunden habe.
Der damalige Präsident Litauens Valdas Adamkus und Premierminister Algirdas Brazauskas bestreiten in diesem Zusammenhang weiterhin alles. Ähnlich sieht die Lage in Polen und Rumänien aus. Heute räumte sie zumindest die Möglichkeit der Existenz eines Geheimgefängnisses in der Nähe von Vilnius ein. Das litauische Parlament hatte Anfang September ausdrücklich eine Aufklärung derartiger Vorwürfe gefordert. Die derzeitige litauische Präsidentin Dalia Grybauskaite will die geplante Aufnahme von Häftlingen aus dem US-Gefangenenlager Guantanamo vorerst blockieren. Sie verknüpfte ihr Einverständnis an eine Aufklärung des Vorwurfs, dass Litauen ein geheimes Gefängnis des CIA geduldet und unterstützt habe.
Copyright © 2009 Polskaweb News
Diskutieren Sie diese Meldung in unserem Forum
Top Artikel
Neuere Artikel
Beliebte Artikel dieser Kategorie |
|
|
Benutzerkommentare  |
|
Durschnittliche Benutzerbewertung
|
|
Fügen Sie Ihren Kommentar hinzu
|