Die Ostsee gibt ihre Geheimnisse der Weltkriege nur nach und nach frei, doch in dieser Woche wurden gleich zwei "Andenken" an den verheerenden zweiten Weltkrieg in ihren Gewässern entdeckt. Zuerst war es ein sowjetisches U-Boot, welches im Norden der Ostsee von Tauchern gefunden wurde und jetzt auch noch ein schwerer viermotoriger Lancaster-Bomber der britischen Royal Air Force, den wahrscheinlich die deutsche- Flugabwehr in der Nacht vom 29. auf den 30. August 1944 vom Himmel holte, bevor dieser seine tödliche Bombenlast, wie geplant, über die alte Hansestadt Stettin abwerfen konnte, wo zu diesem Zeitpunkt bereits der Tod auf unzählige Frauen, Kinder und alte Männer in Hauskellern und Bunkern der Stadt wartete. Das Flugzeug war jetzt zufällig entdeckt worden, nachdem "unbekannte Hindernisse" in der Ostsee vor Swinemünde polnischen Fischern immer wieder die Netze zerrissen und sie eine Firma engagierten, welche im wahrsten Sinne des Wortes "der Sache auf den Grund ging".
Die jetzt entdeckte WK II Maschine der Royal Air- Force vor Swinemünde galt nach einem gewaltigen Bombenangriff auf Stettin, mit einigen anderen Flugzeugen dieses Typs, gegen Ende des Krieges als vermisst. Ebenso die meisten Besatzungen dieser Bomber. Nach Angaben der polnischen Behörden war das Flugzeug mit 99-prozentiger Sicherheit nicht einem Angriff auf Swinemünde, sondern auf Stettin im August 1944 zuzuordnen. Die Royal Air Force wird sich nun an den Ermittlungen um die genaue Identität der Maschine und dem Schicksal der Besatzung beteiligen. Es wird auch nicht ausgeschlossen, dass die britische Marine sich selbst um die Bergung des Flugzeuges kümmern wird.
Die deutschen Küstenstädte wurden während des zweiten Weltkrieges besonders häufig von britischen- und amerikanischen Bombern angegriffen. Meist kamen bis zu 2000 Flugzeuge auf einmal aus Großbritanniens um ihr Zerstörungswerk zu optimieren. Während London und Washington zuerst noch Bahnlinien und kriegswichtige Produktionsstätten in Sachsen, Hessen und dem Ruhrgebiet bombardieren liessen, ging man später dazu über Flüchtlinge und einheimische Zivilisten mit Bomben zu töten, unzählige Kulturdenkmäler wurden dabei auch Opfer angloamerikanischer Brandbomben.
Wie gezielt man es gerade auf den Tod von möglichst vielen Zivilisten abgesehen hatte, zeigt gerade das Beispiel der Kleinstadt Swinemünde, die sogar noch von der US Air Force im März 1945 mit "661" B-17 und B-24 Bombern angegriffen wurde, obwohl sie längst zerstört war und die rote Armee nur noch wenige Kilometer vor der Stadtgrenze stand. Es gab zu diesem Zeitpunkt auch keinen "deutschen Stolz" mehr zu brechen. Jeder wusste dass dieser Krieg verloren war. Fast nur noch alte Männer und Kinder versuchten auf Hitlers Befehl hin, die anrückende rote Armee aufzuhalten und weiter nichts. Bis heute wurde niemand für die gewaltigsten Zerstörungen und einem der größten Genozide der Weltgeschichte verantwortlich gemacht und mit dem jetzigen "Lancaster" Fund kommen offene Fragen und Klagen wieder hoch.
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Dr. Jäger hat vollkommen Recht!
Geschrieben von: Kaiser Karl IV () am 11-06-2009 14:35