Die Polizei aus dem Großraum Krakau wird in wenigen Tagen eine Kompanie von Verkehrspolizisten auf die britische Insel zur Unterstützung der dortigen Kollegen im Kampfe gegen das wachsende Problem mit betrunkenen Autofahrern absenden, teilte die Polizeikommandantur von Kleinpolen in einer Pressemeldung mit. Auf ein entsprechendes Ersuchen der Behörden der Grafschaft Sussex im südöstlichen England habe man sofort reagiert, heisst es in der Meldung. Der Grund für diese Anforderung sei ein wachsendes Problem mit betrunkenen polnischen Autofahrern, was zuletzt zu "epidemisch" kletternden Statistiken im Bereich von Verkehrsunfällen und anderen Vergehen im Strassenverkehr geführt habe. Nach britischen Angaben stehe Polen an einsamer Spitze der Ausländer, welche Verkehrsunfälle auf den Inseln verursachen, wobei durchschnittlich mindestens ein polnischer Autofahrer wöchentlich sein Leben verliere.
Die polnische Polizei wird allerdings nur eine kurze, begrenzte Zeit in Sussex im Einsatz sein, um die Plage der Vorfälle mit deen eingewanderten Autofahrern zu bremsen. Sie sollen vor allen Dingen ihren britischen Kollegen die Eigenarten polnischer Verkehrs- bzw. Alkoholsünder näher bringen, diene aber auch dem beidseitigen Informationsaustausch, liest man in der Meldung:" britische Polizisten sollen erfahren wie man in Polen erfolgreich Verkehrssünder jagd und fängt. "Hierzu ist den Kollegen klarzumachen, dass unsere Jugendlichen oft in den Diskotheken zu tief ins Glas schauen und sich dann anschliessend hinters Steuer setzen. Das Jagdgebiet der Polizei Polens befindet sich natürlich an den Wochenende oder vor den Feiertagen meist in der Nähe von Diskos. Oft fahren Polen auch viel zu schnell und schnallen sich hierbei nicht einmal an. Hier gilt es härter durchzugreifen". Polnische Polizisten erwarten von ihrem Besuch in Sussex aber auch Erkenntnisse polizeilicher Arbeit der britischen Kollegen.
"Wir werden ihnen helfen das Problem der Trunkenheit am Steuer zu bekämpfen, und sie werden uns mit den Methoden und der Taktik ihrer Arbeit vertraut machen. Wir werden natürlich auch beobachten mit welcher Technik sie arbeiten. "Solche Aktionen des Austausches von Polizisten sind sehr wertvoll für die internationale polizeiliche Zusammenarbeit" - sagte Krzysztof Dymura von der Abteilung Straßenverkehr der Polizei in Krakau. An einer Analogisierung polizeilicher Arbeit und der Verkehsvorschriften werkelt auch schon seit geraumer Zeit die EU-Kommission. Im Effekt soll dies zur Einführung eines gesamteuropäischen Systems zur Verfolgung von Verkehrssündern führen. So wird man in naher Zukunft z.B. schon damit rechnen müssen, dass ein Foto aus einer Radarfalle in Polen, schon vor der Rückkehr aus dem Kurzurlaub an der polnischen Ostsee, im heimischen Briefkasten (inklusive einer Zahlungsaufforderung) zu finden sein wird.
Bevor Großbritannien seine Grenzen für Arbeitnehmer aus den neuen EU- Ländern öffnete, produzierten Autofahrer aus Osteuropa kaum 3 Prozent aller Verkehrsverstösse auf britischen Wegen. Seit der Öffnung steigen allerdings die Statistiken hierzu daramtisch und bewegen sich derzeit um die 21 Prozent. Nach britischen Angaben war bereits jeder zehnte betrunkene Autofahrer auf der Insel in 2008 ein Pole. "Unsere Landleute begnügen sich nicht damit dass sie einfach nur betrunken in ihre Autos steigen, nein, sie brechen auch alle Rekorde was die bisher bei den Briten bekannten Promille- Zahlen betrifft. Sie haben meist weitaus mehr Alkohol im Blut als der statistische betrunkene Engländer hinterm Lenkrad" - sagt Krzysztof Dymura. Die englischen Vorschriften sind weniger restriktiv. In Polen liegt die Alkoholgrenze für Autofahrer bei 0,2 Promille. In England ist das Limit 0,3 Promille in der ausgehauchten Luft und 0,8 im Blut. Schon im Jahre 2007 verteilten britische Polizisten Handzettel in polnischer Sprache an die Einwanderer im Strassenverkehr, doch dies half überhaupt nicht.
Das Alkoholproblem ist aber nicht einzig für durch Polen verursachte Unfälle verantwortlich. Es zeigte sich nämlich weiterhin, dass man ziemlich große Probleme mit der Kenntnis britischer Verkehrsregeln und dem Linksverkehr hat. Ein tragisches Beispiel aus dem letzten Monat (Polskaweb berichtete) bewies dies einmal mehr, als in Bedfordshire ein 24-jähriger Pole als Geisterfahrer auf der Autobahn sich und vier weitere Menschen tötete.
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