Erst am vergangenen Dienstag war eine Boeing der irischen Fluggesellschaft Ryanair über dem Ärmelkanal in ungewöhnliche heftige Turbolenzen geraten, Passagiere berichteten von einem Blitzschlag, der das Flugzeug getroffen haben soll. Jetzt traf es wieder eine Boeing, eine 767-300 der polnischen Airline LOT mit 216 Insassen an Bord, welche auf einem Linienflug von Chikago nach Warschau plötzlich ebenso in bisher unbekannte Turbolenzen geriet, und unter Todesangst der Menschen in dem Flugzeug in Toronto (Kanada) notlanden musste. Passagiere meldeten auch in diesem Fall einen Blitzeinschlag bemerkt zu haben, wonach die Maschine in nur 3 Minuten über 2 Kilometer abgesackt sei, was Radaraufzeichnungen in den USA inzwischen bestätigten.
"Ich dachte das ist das Ende"
Herbe Momente des Schreckens erlebten 206 Passagiere einer Boeing 767 der polnischen Fluggesellschaft LOT über dem Atlantik. Das Flugzeug war am Samstag Morgen von Chikago aus Richtung Warschau gestartet. Ein Blitzschlag setzte vermutlich Drehzahl- und Höhenmesser ausser Gefecht. "Es war schrecklich, ich dachte das ist das Ende", sagte eine Passagierin nach der Notlandung in Toronto. "Die Probleme der Boeing 767 begannen etwa 70 Minuten nach dem Start Flug vom O'Hara Airport in Chicago. Die Maschine war dann bereits über den Atlantik, wo starke Stürme wüteten. "Wir wurden gnadenlos durchgeschüttelt und auf einmal wurde es sehr dunkel, als wenn alle elektronischen Systeme auf Hochtouren arbeiteten und der Inneraumbeleuchtung die Kraft nahmen. Nach einem Moment funktionierte die Beleuchtung wieder voll und es krachte als wenn der Rumpf in Einzelteile auseinanderbrach, dann ging es auf einmal mit rasender Geschwindigkeit runter" - berichteten auch andere Passagiere der LOT Boeing nach ihrer Ankunft in Kanada.
Geschwindigkeits- und Höhenmessers falsch angezeigt
Der bisher (angeblich) ungeklärte Absturz eines Airbus A330 der französisch-niederländischen Fluggesellschaft Air-France über dem Atlantik am Pfingstmontag und zahlreichen Notlandungen auch durch Maschinen anderer Gesellschaften in der letzten Zeit, zeigen bereits deutlich auf, dass die internationale Luftfahrtindustrie nicht nur Probleme durch leere Auftragsbücher hat, sondern auch wahrscheinlich mit den wachsenden Problemen von Extremwettern durch den Klimawandel, die ganze neue Herausforderungen an die Flugzeugbauer stellen. Eine Überraschung im Hinblick auf die Theorien zum Air France Unglück bringt nun auch LOT Polish Airlines Boeing 767-300, Registrierung SP-LPA, Flug LO-2 von Chicago O'Hare, IL (USA) nach Warschau (Polen) mit 206 Passagieren und 10 Crew Mitgliedern an Bord, denn nach Aussagen der Piloten an ihre Gesellschaft, seien plötzlich die Daten des Geschwindigkeits- und Höhenmessers falsch angezeigt worden, was in der Folge die Route des Jets mehrmals erheblich von von der zugewiesenen Höhe abweisen liess. Man musste notlanden. Die polnischen Piloten brachten das Flugzeug aber trotz aller Probleme sicher runter.
Macht Klimawandel das Fliegen gefährlicher ?
Vermutlich ist es längst den Fluggesellschaften und der Luftfahrtindustrie von EADS und BOEING bekannt, dass mit den wachsenden Wetterproblemen, welche viele unangenehme Überraschungen mit sich bringen, auch die Gefahr von Unfällen gestiegen ist, was zumindest das tiefe Schweigen dieser Unternehmen selbst über derartige Zwischenfälle mit anschliessenden Notlandungen beweist. Man kann dies auf einer Art zwar verstehen, doch wenn es um die Sicherheit von Menschen in Flugzeugen geht, sollte man zumindest erst einmal die Einhaltung ehrgeiziger Flug- bzw. Zeitpläne auf die lange Bank schieben, denn bei unangenehmem Wetter, oder gar richtigem Trouble wie für den Himmel über Chikago am Wochenende gemeldet wurde und dann auch eintrat, kann man schnell in derartige Notlagen geraten die dann wie im Falle Air-France auch zur Tragödie ausarten kann.
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