"Das wird das schlechteste Jahr seit mindestens einem Jahrzehnt" - alarmieren Hoteliers und Besitzer ähnlicher Beherbergungsstätten in Polen. Und tatsächlich haben Touristen offensichtlich durch die Krise die Gürtel enger geschnallt. In ihrer Not bieten die großen Hotelketten bereits ihren Kunden Rabatte und Sonderangebote mit bis zu 70 Prozent Ersparnis an. Zimmer in 5- Sterne Hotels von Warschau, Krakau und anderen polnischen Städten und Regionen sind derweil, mit Preisen von unter 40.- Euro pro Nacht, für Jedermann erschwinglich. So kosten Zimmer in den fünf Warschauer Westin Hotels pro Nacht mit Frühstück nur umgerechnet 38.- Euro, zwei Mal billiger als im Vorjahr. Die Orbis-Gruppe verkauft ihre Hotelzimmer seit Juni schon mit 70 Prozent Rabatt. Die Preise beginnen bei 18.- Euro pro Nacht.
Die meisten Hotels spüren das Fehlen deutscher Touristen, die sich seit 2006, als sie noch gut ein Viertel der ausländischen Besucher ausmachten, leider immer mehr aus den polnischen Urlaubsgebieten zurückziehen. In diesem Jahr zeigen die Auswertungen von Statistiken bereits einen weiteren deutschen Rückgang von 8% gegenüber dem Vorjahre. Das Institut für Tourismus in Warschau schätzt, dass in diesem Jahr nur etwa 11,6 Millionen Ausländer Polen besuchen werden, das sind über 4 Millionen weniger als noch vor drei Jahren. In 2008 kamen etwa 11 Millionen Touristen. Aber nicht nur Deutsche Gäste fehlen in den polnischen Hotels, denn auch Briten ( - 23 Prozent), Russen (- 22 Prozent) sowie Franzosen und Italiener (- 15 Prozent) scheinen durch die Krise nun erheblich weniger Geld in den Taschen zu haben.
In allen Novohotels müssen schon seit Beginn der Sommersaison Eltern für ihre Kinder nicht mehr zahlen. Mercure Hotels und Novotel Orbis bieten darüberhinaus ihren Gästen aktuell drei Nächte zum Preis von zwei, soweit die Buchungen über das Internet gemacht wurden. Absolut empfehlenswert sind auch fünf der sechs Warschauer 5-Sterne Hotels: InterContinental, Jan III Sobieski, MaMaison Le Regina, Polonia Palace Hotel, Radisson und Marriott, die sich mit Sonderangeboten geradezu überschlagen. Gerade am kommenden Wochenende läuft wieder eine Schleuderpreis- Aktion an: Zwei Personen, zwei Nächte mit Frühstück, inklusive verschiedener weiterer Dienstleistungen wie z.B. ein Kulturpaket für insgesamt 100.- Euro. "Das ist unsere Antwort auf die Angebote der Konkurrenz in Prag und Budapest" - sagte hierzu der Verkaufsdirektor von "Intercontinantal Hotels" in Polen.
Die Hotelkrise wirkt sich aber nicht nur auf das Geschäft der Betreiber aus, sondern auch auf die Bauwirtschaft. Trotz herannahender Fußball- Europameisterschaft in Polen und der Ukraine stoppte man in Breslau den Bau des Luxushotels "Rialto II", In Krakau stieg "Hilton Garden Inn" aus und in Posen "Radisson SAS" und dies, obwohl in Polen auf 10 000 Einwohner nur 50 Hotelbetten kommen. In den westeuropäischen Ländern sind es dagegen mindestens 600 Plätze auf 10 000 Einwohner. Man kann jedem der derzeit eine Reise plant, nur empfehlen, sich zumindest auch einmal die Preise polnischer Hotels vergleichsweise heranzuziehen. Ein weiteres Argument ist sicher auch die schon seit einiger Zeit sehr schwache polnsiche Währung im verhältnis zum Euro, was ihre Urlaubskasse zu jeder Zeit noch zusätzlich glänzen lassen könnte.
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