Warschau - Der bekannte Handy- Film aus Smolensk, produziert nur wenige Minuten nach dem Absturz der Tupolew Tu-154 mit dem polnischen Präsidenten, scheint sich als einer der wichtigsten Schlüssel bei den Ermittlungen um die Katastrophe herauszustellen. Nachdem die Echtheit des Videos schon vor wenigen Tagen von Experten bestätigt wurde, berichtet die polnische Tageszeitung "Nasz Dziennik" am Freitag unter Berufung auf Angaben des Geheimdienstes ABW, dass auch die auf dem Video zu hörenden Schüsse echt seien "Polnische Sicherheitsbeamte, die am Flughafen auf die Maschine des Präsidenten warteten, gehörten zu den ersten Menschen welche den Ort der Katastrophe nach dem Absturz erreichten. Sie fanden Lech Kaczynski, bedeckten ihn mit ihren Jacken und bildeten einen Kordon um dessen Leiche, welche die Russen fortschaffen wollten. Hierbei müssen die Beamten auch in die Luft geschossen haben, denn sie wurden inzwischen wegen unerlaubtem Einsatz von Waffen vom Dienst suspendiert " - meldet das Blatt.
"Polskaweb" berichtete bereits vor zwei Wochen davon, dass es seriöse Hinweise auf die Anwesenheit von bewaffneten polnischen BOR- Beamten an der Absturzstelle gab, welche die Katastrophe hautnah miterlebt haben müssen (BOR = Schutz der Regierung, des Präsidenten und Polens diplomatischen Vetretungen - ähnlich ausgebildet wie deutsche GSG9). "Nasz Dziennik" bestätigt am Freitag diese Hinweise: " Beamte des Sicherheitsbüros der Regierung warteten am 10. April auf dem Flughafen von Smolensk Siewiernyj auf die Ankunft von Präsident Lech Kaczynski und seiner Delegation um diese nach Katyn zu begleiten. Sie gehörten zu den ersten an der Absturzstelle Tupolev Tu-154M. Sie wollten nicht die Leiche des Präsidenten den Russen geben, welche alle menschlichen Überreste nach Moskau schaffen wollten. Wie wir von einem Teilnehmer dieser Aktion erfuhren, bildeten die BOR- Offiziere einen Kordon um den Körper Lech Kaczynskis und verweigerten seine Herausgabe an die russischen Behörden". Die Offiziere wurden jetzt vom Dienst suspendiert. Grund hierzu sei die unerlaubte Verwendung von Waffen. Das Sicherheitsbüro der Regierung weigert sich hierzu bis zum Ende der Untersuchungen Auskunft zu geben." - schreibt die Zeitung.
Von diesem bedeutenden Zwischenfall BOR - Russische Sicherheitsdienste an der Absturzstelle der Tupolew soll "Nasz Dziennik" durch den ehemaligen ABW Geheimdienstchef (2006-2007) Bogdan Swieczkowski erfahren haben. Im Zusammenhang mit dem ersten Video nach der Katastrophe, stellt dies dann allerdings einmal mehr die polnischen Ermittler aus Geheimdienst, zivilen und militärischen Staatsanwälten ins Zwielicht, weil sie nach wie vor behaupten, die angeblichen Schüsse in diesem Film nicht als solche identifizieren zu können und man nur sehr undeutliche Fragmente von polnischen Wörtern durch Männer und Frauen mit russischem Akzent wahrnehme. Russische Milizionäre bestätigten bereits, ebenfalls Schüsse aus Richtung der Absturzstelle gehört zu haben. Nach Ansicht von "Nasz Dziennik" bestätigt das Szenario an der Kaczynski Leiche die Authentizität der Ereignisse auf dem Video : "Der Film dokumentiert auch den Gebrauch von Schusswaffen im Zusammenhang mit der Weigerung der BOR- Beamten den Russen den getöteten Präsidenten zu überlassen. Die (BOR) Männer in Anzügen und weissen Hemden, im Hintergrund hört man deutlich russische Sicherheitskräfte, mit ausgeprägtem polnischem Akzent, die Polen auffordern zurückzutreten" - suggeriert die Zeitung.
Am Donnerstag wurde wieder eine Hundertschaft russischer Beamter an der Absturzstelle gesichtet. Sie suchten offenbar nach irgendetwas. Was dies sein könnte, wollten sie allerdings nicht verraten. Mit großer Wahrscheinlichkeit stehen die Untersuchungen zur Ursache der Tragödie vor einer dramatischen Wende. Die ganze Sache ist bereits ein Politikum, woran Regierungs-Politiker aus beiden Ländern ganz alleine Schuld haben. Der Bericht von "Nasz Dziennik" kommt sicherlich dahingehend der Wahrheit näher, dass man nun einmal mehr erfahren muss, welche Maßnahmen von polnischer Seite unternommen werden, um die Brisanz von Beweisen aus der Welt zu schaffen. Der Amateur- Film von der Absturzstelle scheint also tatsächlich von bedeutender Wichtigkeit für die Wahrheit zum Tode Lech Kaczynskis und anderen wichtigen Köpfen des polnischen Staates zu sein. Wir möchten Sie in diesem Zusammenhang daran erinnern, dass die polnische Seite immer dann anfängt die Dinge mit (angeblich) neuen Erkenntnissen zu verkomplizieren, wenn Journalisten auf brisante Spuren geraten sind. Wir sind jetzt schon gespannt, was nun nach unserem Artikel vom Donnerstag "Kaczynski Tod: Attentat immer wahrscheinlicher" bezüglich des Mannes mit der Boden-Luft-Rakete, als nächstes kommt.
Die Leiche von Präsidentengattin Maria Kazcynski wurde übrigens erst am Nachmittag des 12. April an der Gravur in ihrem Ehering identifiziert. "Die BOR Offiziere sahen auch den Körper von Maria Kaczynska, in der Nähe der Leiche ihres Mannes" zitierte "Nasz Dziennik" Ex Geheimdienstchef Bogdan Swieczkowski. Dieser Widerspruch ist bezeichnend für Hunderte derartiger Ungereimtheiten polnisch-russischer Ergebnisse zu der Tragödie, die offenbar mehr verschleiern sollen, als aufklären. Im US- Pentagon rief man am Mittwoch Moskau auf, polnische Ermittler in die Untersuchungen einzubeziehen. Wir haben das Gefühl, dass Warschau mit der "Aufklärung" des wahrscheinlichen Verbrechens am liebsten garnichts zu tun haben möchte. Sie fragen sich warum bekannte deutsche Medien nicht auch das melden was "Polskaweb" berichtet ? Die Antwort ist eigentlich ganz einfach, alle großen Medien sind von der Politik bzw. der Wirtschaft abhängig, die in wichtigen Fragen weitestgehends auch ihre Berichterstattung bestimmen. Wie man schon den Mega- Betrug mit den neuen Grippen aus wirtschaftlichen Gründen deckte, deckt man jetzt möglicherweise aus politischen Gründen, die Täter eines Attentates auf den polnischen Staat. Und vielen Journalisten ist leider nur das Geld wichtig.
Neue Frage tun sich damit auch noch auf: Wer hatte die BOR- Offiziere überhaupt nach Smolensk beordert ? Lech Kazcynski hatte ja bekanntlich bereits 9 dieser Sicherheitsbeamte im Flugzeug. Wo waren die Abwehr- Beschützer der polnischen Militärführung ins "geliebte" Nachbarland ? Wo die Beamten des Geheimdienstes ABW ? Neben der BOR waren bekanntlich auch polnische Diplomaten, hierunter Moskau Botschafter Jerzy Bahr, vor Ort. Der Wald am Smolensker Flughafen muss voller Polen gewesen sein und Donald Tusk und Herr Komorowski wissen angeblich nicht einmal wann genau die Tupolew abstürzte. Welche Geheimnisse umgeben diese unglaubliche Tragödie ?
Update:
Wie nicht anders zu erwarten kommt zu dem Bericht von Nasz Dziennik am Freitag Mittag ein Dementi. Ein Sprecher der BOR gibt zwar zu, dass Sicherheitsbeamte den Leichnam Lech Kaczyski geschützt haben, bestreitet aber dass es hierbei zum Einsatz von Waffen gekommen sei. Ausserdem dementierte er das die Offiziere auch den Körper von Maria Kaczynska entdeckten. Über die angebliche Suspendierung von BOR- Beamten sagte der Sprecher nichts. Die Maschinerie der Desinformation arbeitet, anders als die Untersuchungen der Katastrophe, auf Hochtouren.
Update:
Das Dementi zum Einsatz von Waffen an der Absturzstelle in Smolensk ist am Samstag Gegenstand heftiger Diskussionen. Jetzt wird nicht etwa darum gestritten, ob tatsächlich Schüsse fielen, sondern ob dies Warnschüsse oder gezielte Schüsse waren. Der polnische Innenminister Jerzy Miller, der die Untersuchungen der Katastrophe von Smolensk koordiniert, steht seit zwei Tagen zu allen Widersprüchen auch noch im Rampenlicht eines wahrscheinlichen größeren Korruptionsskandals. Medien und Politiker fragen sich aber auch, warum Miller erst fünf Wochen nach dem Absturz der Tupolew bekanntmacht, dass nicht nur russische, sondern auch polnische Sicherheitskräfte zum Zeitpunkt des Absturzes am Smolensker Flughafen waren. "Polskaweb" hatte auf diese bedenkliche Tatsache bereits am 27. April unter Bezug auf Quellangaben aus dem Innenministerium hingewiesen ( Polnische Sicherheitskräfte am Absturzort ? ).
Hinweis: Bei allen Aussagen Dritter, offizieller oder auch inoffzieller Natur, der Verbreitung von Fotos + Videos, kann man Manipulationen aufgrund der Brisanz der ungeklärten Katastrophe bei Smolensk nicht ausschliessen. "Polskaweb" hält zum Beispiel die bekannten Bilder welche russische Soldaten beim Austausch oder dem Einsetzen von Landelampen zeigen, noch für keine Beweismittel oder Indizien zur Ursache des Absturzes der Kaczynski Maschine. Gleichwohl gilt dies für jegliche überarbeitete Version des populären ersten Videos von der Absturzstelle der Tupolew, worin suggeriert wird, dass hier Zeugen getötet wurden. Möglich ist aber alles.
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Geschrieben von: Roland () am 15-05-2010 06:55