Der Druck auf Polen um die offenen Vermögensfragen von Holocaust Opfern wächst. Erst in der vergangenen Woche hatten 20 hochrangige US Politiker Warschau in einem gemeinsamem Schreiben aufgefordert, endlich ein Restitutions- bzw. Entschädigungsgesetz zu verabschieden, "da man ja wohl nicht warten könne bis auch der allerletzte Überlebende aus Auschwitz oder Majdanek verstorben sei, um dann sich somit komplett aus der Verantwortung zu schleichen". Derweil ging in Prag zum gleichen Thema am vergangenen Dienstag eine von der EU organisierte Konferenz zuende, an der u.a. jüdische Organisationen, israelische Unterhändler und Vertreter von Staaten teilnahmen die damals vom Holocaust direkt oder indirekt profitierten. Auch Polen hatte man zu dieser Konferenz eingeladen. Die polnische Delegation erschien denn auch unter der Leitung von Professor Władysław Bartoszewski, der nach dem Plan seiner Regierung die bekannten Klagen gegen Polen entschärfen sollte.
Die von der Europäischen Union angeregte Konferenz in Prag über den Verlust jüdischen Eigentums war denn auch wieder einmal für die Opfervertreter aus Israel und den USA bezüglich der Bereitschaft Polens zur Entschädigung für "Unrecht Gut" ein Reinfall. Vor allen Dingen in der Frage um das sich in polnischem Besitz befindliche jüdische Eigentum ohne noch lebende Besitzer bzw. Erben stiessen die jüdischen Delegationen auf Granit. Władysław Bartoszewski, der Polen auf dieser Konferenz vertrat, wehrte sich mit Händen und Füßen gegen die jüdischen Milliardenforderungen: "Im Einklang mit dem polnischem Recht, ging das jüdische Eigentum ohne Erben an den Fiskus. Wenn wir bezüglich der Juden anders gehandelt hätten oder handeln würden, wäre es eine Diskriminierung gegenüber anderen Bürgern unserer Republik"- sagte der Beauftrage der polnischen Regierung für die Versöhnung mit Deutschland und Israel.
Die Vertreter der jüdischen Organisationen und Israel hatten Polen aufgefordert das Vermögen von Juden zu erstatten, welche nicht mehr leben und keine Erben haben. Mehrere Milliarden Dollar hoffte man hierdurch einzunehmen, welche in einen Fonds für Holocaust-Überlebende eingebracht werden sollten. In einer Abschlusserklärung (Prager Vereinbarung), dem letzten Dokument der Konferenz, gab es dann Streit zwischen den Opfervertretern und der polnischen Delegation um die Formulierung um das sich in Staatshänden befindliche "herrenloses Eigentum" verstorbener Juden: " Die jüdische Seite wollte unbedingt die Worte "herrenloses Eigentum" in diese Vereinbarung einbringen. Dank unserer Bemühungen ist es uns gelungen, eine entsprechende Anwendung zum Nachteile Polens dahingehend abzuwenden, dass dies nur für "bestimmte Länder" gelten soll" - sagte Delegationsmitglied, Maciej Kozlowski (Aussenministerium), am Donnerstag der heimischen Presse.
Polen wird schon seit geraumer Zeit auch von der eigenen Geschichte eingeholt. Britische, amerikanische, deutsche, israelische, russische, litauische, ukrainische und auch liberale polnische Medien bringen immer häufiger Berichte über "unrühmliche Momente" in der Geschichte des Landes, was in Warschau jedes Mal diplomatische und mediale Überreaktionen nach sich zieht. Erst kürzlich war man fast ausser sich, als es deutsche Zeitungen und das Jüdische Historische Institut in Warschau gewagt hatten, Polen als direkte- und indirekte Helfer des Holocaustes anzuprangern. Derartige Anschuldigungen gibt es derweil von britischer Seite (Times) und aus den USA (New York Times) schon seit Jahren, Polen hatte allerdings zu seiner Verteidigung bisher weder ein Gericht noch den Vatikan aufgerufen. Die Historikern Dr. Alina Cala vom Warschauer jüdischen Institut hatte in einem Interview mit der Tageszeitung "Rzeczpospolita" u.a. beklagt, dass die polnische katholische Kirche (Hierunter auch Maximillian Kolbe), der Vorkriegsantisemitismus und die allgemeine Moral in Polen den Holocaust im Lande erst möglich gemacht habe. Seitdem wird Frau Cala von Nationalisten nicht mehr in Ruhe gelassen.
Władysław Bartoszewski, der mal einige Monate im KZ Auschwitz festgehalten wurde und seither sein eigenes Leid mit dem der Juden verbindet, hatte sich früher durchaus für die Versöhnung mit Juden und Deutschen eingesetzt, dies beweisen zumindest seine zahlreichen Auszeichnungen, die er in diesem Zusammenhang bereits erhalten hatte. Doch seit Polens "nur" Opfer Status des 20. Jahrhunderts immer mehr und öfter medialer Kritik ausgesetzt ist, was letztlich auch mit den zunehmenden Öffnungen staatlicher Archive zusammenhängt, hat dieser Mann plötzlich ein zweites Gesicht. Dies zeigte er erstmals durch sein Schweigen im Zusammenhang mit dem Fund eines gigantischen zivilen Massengrabes in Malbork (Marienburg), was zweifelohne deutsche Frauen und Kinder enthielt welche man würdelos mit Baggern unter seinen Augen exhumierte. Dann kam die "Berliner Erpressung" in der Frage um den Beitrag der Vertriebenen Vorsitzenden Erika Steinbach im geplanten Zentrum der Vertreibungen hinzu und jetzt sein Auftritt in Prag.
Als Versöhner hat sich Bartoszewski nach solchen Aktionen selbst disqualifiziert und auch eine Regierung, welche ihm derartige unmoralischen Aufträge erteilt, kann es weder gut mit ihm, noch mit den Opfern meinen. Auch eine Furcht der Veruntreuung von Entschädigungszahlungen durch die "Holocaust Industrie" darf kein Hindernis sein, denn es geht auch um die eigene Moral und das Ansehen Polens in der Welt. Deutschland hat in den vergangenen Jahrzehnten gigantische Wiedergutmachungszahlungen an das jüdische Volk und auch an polnische Zwangsarbeiter geleistet. Alle Immobilien jüdischen Ursprungs im heutigen Deutschland wurden zurückerstattet oder dafür entschädigt. Natürlich hat man auch in Bonn und später in Berlin gewusst dass wohl nur ein Bruchteil der Zahlungen und Restitutionen den eigentlichen Opfern und deren Nachkommen zugute kommt, doch man hat zumindest damit gezeigt, dass man Moral hat und es ehrlich mit den Opfern der Nazis & Co meint. Doch garnichts zahlen und noch weniger rückerstatten, das darf Polen dem jüdischen Volke nicht antun. Solche Pläne sind aber unübersehbar, denn selbst das polnische Entschädigungsgesetz zugunsten noch lebende Opfer des Holocaustes mit verlorenem Vermögen in Polen findet keine Ratifizierung.
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Igor Wolf gehen Sie woanders hin.
Geschrieben von: PolskaOjczyzna () am 04-07-2009 10:16