KRAKAU - Für die meisten Medien und ihre Leser ist der spektakuläre Diebstahl der Auschwitz- Tafel mit der hämischen Aufschrift "Arbeit macht frei" gelaufen. Die Tat sei aufgeklärt, das Schild wieder an seinem Platze, die Täter sitzen in Haft und gegen den Hintermann des Verbrechens, einem bekannten "Neo-Nazi", ermittele die schwedische Polizei, nach Eingang eines polnischen Amtshilfeersuchens. Von einem früher genannten britischen Hehler, ist heute nicht mehr die Rede. Jetzt soll dem polnischen Teil der Bande, angeblichen Eierdieben, von denen bisher kein Foto oder eine Stimme zu bekommen war, der Prozess gemacht werden. Auf die Ermittlungsergebnisse aus Schweden, um den vielzitierten Haupttäter Anders Högström, will man nicht mehr warten, obwohl die Zeit überhaupt nicht drängt, denn auf den Diebstahl "nationalen Erbes" stehen in Polen bis zu 10 Jahre Haft.
Am Donnerstag wurde angeblich ein EU- Haftbefehl von der Staatsanwaltschaft Krakau gegen Anders Högström beantragt. Hierüber berichten auch die Medien in Schweden, die bisher fast alle Informationen in dem Kriminalfall, polnischen Zeitungen entnahmen. Von der schwedischen Polizei hat man bisher so gut wie nichts über das "Superhirn" und den "Jahrhundertdiebstahl" in Auschwitz gehört, in dieser Hinsicht gleicht die schwedische Beteiligung an dem Desaster, immer noch einem Phantom. Auch die Verteilung der Belohnungen für die Wiederbeschaffung von "Arbeit macht frei" stimmt etwas nachdenklich, denn das Kultusministerium in Warschau konnte den ausgelobten Betrag in Höhe von 100 000 Zloty nicht auszahlen, da die Polizei in Krakau die Namen der Hinweisgeber nicht an das Minsiterium herausgeben wollte. "Die Helden wollen "anonym" bleiben" - hiess es.
Am Donnerstag berichtete dann der polnische Nachrichten- Sender TVN, dass die Polizei selbst, sich "diskret" um die Zustellung der Belohnung an zwei Personen gekümmert habe. Das Kultusministerium habe vorab einem diesbezüglichen Vorschlag aus Krakau zugestimmt. Die Behörden behaupteten bisher immer, dass es Nachbarn waren, welche die entscheidenden Hinweise auf Täter und Verbleib der Gedenk-Tafel gegeben hatten. Doch der angebliche Hintermann aus Schweden soll mehrmals selbst verkündet haben, dass er derjenige war, welcher der polnischen Polizei schon kurz nach der Tat die Entscheidenen Hinweise lieferte. Ob Högström je nach Polen ausgeliefert oder gar dort verurteilt wird, wissen wir nicht. Eins ist aber klar, dass es bisher in der Sache mehr Ungereimtheiten, denn klare und sachliche Aussagen der polnischen Behörden gab. Man darf als gespannt sein, wie tatsächlich alles weiter geht.
© Polskaweb News Artikel vom 22.1.2010
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