Krakau - "Meine Mutter ist krank" "ich werde wahrscheinlich heiraten" "meine Schwester bekommt ein Kind" - lauteten die Argumente der verurteilten Diebe der Auschwitz- Gedenktafel "Arbeit macht" frei am 18. Dezember des vergangenen Jahres, welche einen Richter in Krakau veranlasste den Tätern unmittelbar nach der Urteilsverkündung am 18. März erst mal von der Haft zu verschonen. Die Diebe Pawel S., Lukas M. und Radoslaw M. waren zu Strafen von 18 - bis 30 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Nach diversen Protesten aus der Bevölkerung und von Gefangenen in Haftsanstalten die sich benachteiligt fühlten, bekamen die Verurteilten dann aber wenige Wochen später eine Ladung zum Haftantritt. Keiner der Ganoven kam allerdings dieser Aufforderung nach, nun sucht die Polizei erneut nach ihnen.
Der polnische Justizminister Krzysztof Kwiatkowski macht den Verfolgungsbehörden jetzt sogar persönlich Druck. Er ordnete an, dass die drei Männer sofort gefunden und ins Gefängnis von Wloclawek (Kujawien-Pommern) eingeliefert werden müssen. Nach polnischem Recht, müssen die erneut Gesuchten keine zusätzliche Strafe für ihr Nichterscheinen zum Haftantritt in Kauf nehmen, doch könnte sich diese Sache auf eine mögliche vorzeitige Entlassung negativ auswirken.
Einer der Verurteilten hatte zuletzt noch um die Umwandlung seiner Haft- Strafe in eine Bewährungsstrafe gebeten, da er die Konsequenzen seines Handelns in Auschwitz nicht so richtig überblickt hatte. Keiner der Beteiligten - sowohl Angeklagte als auch der Staatsanwalt, hatten allerdings Berufung gegen die Urteile eingelegt. Das Gericht hatte nach eigenen Angaben festgestellt, dass die Schuld der Angeklagten zweifelsfrei bewiesen wurde und wer die Diebe und wer die Initiatoren waren.
Der angebliche Anstifter bzw. Hintermann des Diebstahls, der Schwede Anders Högström schmort derweil im Krakauer Gefängnis weiter vor sich her, da seine Angaben vor einem polnischen Untersuchungsrichter nicht mit den "offziellen Ermittlungsergebnissen übereinstimmen sollen. Den gegen ihn verhängten Haftbefehl hat man letzte Woche um drei Monate verlängert und das wird bekanntlich so weitergehen, bis es halt passt. "Polskaweb" bezweifelt, dass der Schwede etwas mit der Sache zu tun hatte und hält den "Diebstahl" für eine Aktion Dritter.
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