Warschau - Der Bruder des bei dem ungeklärten Flugzeugabsturz am 10. April in Russland ums Leben gekommene polnische Präsidenten, Jaroslaw Kaczynski und seine Partei Recht und Gerechtigkeit (PIS) kommen ihren Kontrahenten der regierenden Bürgerplattform mit Donald Tusk und Interims- Präsident Bronislaw Komorowski nahezu dramatisch schnell näher. Dies zeigen die jüngsten Umfragen vom vergangenen Wochenende. Deutlich kristallisiert sich auch heraus, dass vor allen Dingen prominente Vertreter der polnischen Intelligenz jetzt plötzlich Kaczynski unterstützen, hierunter auch der liberale weltbekannte ehemalige Dissident, Schriftsteller und Chefredakteur der Gazeta Wyborcza, Adam Michnik. Bei der Auslesung der fast 1,7 Millionen Unterschriften von Bürgern welche die Kandidatur Jaroslaw Kaczynskis für das Präsidentenamt unterstützen, fand man mit großer Überraschung hierunter auch die von Michnik.
Was vor zwei Monaten noch undenkbar gewesen wäre, ist jetzt eingetreten. Polens nationale Rechte unter Jaroslaw Kaczynski hat den Blinker nach links gesetzt und schickt sich an die zuletzt noch als unschlagbar geltende Liberale Bürgerplattform zu überholen. Im Ergebnis der Umfrage vom 7. und 8. Mai, beauftragt durch den Fernsehsender Polsat und der Tageszeitung Dziennik,
trennen PO (38,9%) und PIS (33,8%) nur noch 5 Prozent anstatt um die 30 Prozent wie vor der Katastrophe von Smolensk. Auch der Präsidentschaft- Kandidat der PIS, Jaroslaw Kaczynski, nimmt seinem direkten Gegner Bronislaw Komorowski tagtäglich Unterstützer ab. Für Komorowski stimmten bei der letzten Meinungsumfrage zwar noch 43,7 Prozent, doch Kaczynski ist mit 33,9 Prozent ihm bereits dicht auf den Fersen und wird ihm höchstwahrscheinlich bald direkt gegenüberstehen.
Mit Erstaunen und bei seinen Gegnern mit Entsetzen, beobachtet man den dramatischen Wandel Jaroslaw Kaczynskis von einer politischen Taube in eine weise Eule. Er scheint nach dem Tode seines Bruders Hundertmal stärker geworden zu sein, erscheint nur noch selten in den Medien und verzichtet gänzlich auf seine bekannten dramatischen und lyrischen Szenen. In seinen wenigen Reden seit dem 10. April, redet er ohne Zorn, kurz, aber mit großer Präzision. Und der Abstand zwischen seinem direkten Rivalen schmilzt offenbar schneller schneller als es gekaufte Wissenschafter für die Arktis hellsahen. Es ist kein Mitleid des Volkes, wie dubiose deutsche
Medien behaupten was Jaroslaw Kaczynski nach vorne treibt, es ist die Austrahlung eines Mannes, der sich sicher ist, dass seine direkten Gegner einen tödlichen Fehler begangen haben und nicht nur die unerwartete Unterstützung Adam Michniks für Kaczynski zeigt, dass Tusk und Komorowski offenbar und gelinde gesagt, das Volk und die Welt an der Nase herumführen.
Demokratie und Freiheit in Polen brauchen gerade jetzt viele mutige Adam Michniks.
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Friedenstaube
Geschrieben von: Wolf.B () am 10-05-2010 13:01