Dubai - Die "Beseitigung" von Hamas-Führer Mahmoud al-Mabhouh am 20. Januar in einem Hotel des Golf- Staates Dubai hat die Welt aufgeschreckt, wenn auch die wenigsten Menschen hierüber traurig sind, denn das Opfer war sicherlich nicht besser als seine Henker. Die Weltpresse klebt schon seit Wochen am Munde von Dubais Polizeichef Dahi Khalfan Tamim, jenem Manne, der es geschafft hatte mit seiner High-Tech- Aufklärung des Falles selbst graue Häupter beim FBI, Scotland Yard oder dem Bundeskriminalamt in Erstaunen zu versetzen. Mit Chalfan, jetzt als Sherlock Holmes des Nahen Ostens bekannt, ist derweil nicht zu spaßen, nachdem er herausgefunden haben will, dass der israelische Geheimdienst Mossad hinter dem Mord-Komplott steckt, fordert er nun sogar die Köpfe von Benjamin Netanyahu, Mossad-Chef Meir Dagan und allen anderen Häuptern die weltweit sich hier als Helfer und Mittäter strafbar gemacht haben.
Unterstützer der Mörder setzen auf Zeit
"Ich bin vollkommen sicher, dass der Mossad in Dubai gemordet hat" - teilte Dhahi Khalfan zuletzt am Dienstag der Welt mit und jedes Mal wenn der Mann aus Dubai den Mund auf macht zieht man nicht nur in Israel, sondern auch in London, Paris und Berlin die Köpfe ein. Es lässt sich kaum noch verheimlichen, dass neben dem Mossad auch europäische Geheimdienste im Auftrage ihrer Regierungen den Mördern in Dubai geholfen haben müssen. Eine schwierige Situation für alle Täter und Helfer ist eingetreten. Von den Mördern gibt es Fotos, Filme, DNA und Fingerabdrücke, von den Mittätern gab es logistische Unterstützung, Kreditkarten und angeblich fälschungssichere biometrische Reise- und sogar Diplomatenpässe. Wer wo und wie geholfen hat oder haben könnte wird bereits laut diskutiert, dies aber zu beweisen, bedarf der uneingeschränkten Unterstützung von Behörden und Politikern ausserhalb Dubais, die aber setzen scheinbar auf Zeit.
Was sind die Aussagen aus Israel wert ?
Dhahi Khalfan ist bereits in den Ermittlungen an Grenzen angelangt. Ohne Hilfe aus dem Ausland kommt der fleissige Detektiv kaum weiter. In Berlin und Paris schweigt man wie üblich wenn Politiker in Verbrechen oder Korruption verwickelt sein könnten; dies mit der Hoffnung verbunden, dass in wenigen Monaten schon niemand mehr darüber spricht. Nur die Briten haben Ermittler nach Israel geschickt um zumindest den Anschein zu erwecken, dass etwas getan wird. Ihre Mission macht allerdings wenig Sinn, denn diejenigen "Betroffenen" deren Pässe verfälscht und zur Ausführung der Mordaktion gebraucht wurden, werden kaum die Wahrheit sagen wenn sie kooperiert hatten, denn der Mossad ist Israel und Israel ist der Mossad. Er steht an vorderster Front für die Verteidigung des Staates und des Judentums, und da ist jede ausgeschlagene Hilfe nicht weniger als Landesverrat. Keiner der der Israelis mit doppelter Staatsbürgerschaft, deren Namen nun sogar den Fahndungslisten von Interpol stehen, hat sich offiziell und ernsthaft wegen des Mißbrauches seines Passes beschwert.
Welchen Pass nutzte den eigentlich das Opfer ?
Dubais Polizeichef Khalfan hat bei der Generalstaatsanwaltschaft bereits Anträge auf Haftbefehl gegen Israels Premier Benjamin Netanjahu und Mossad-Chef Meir Dagan gestellt. Er wird dies auch für Gordon Brown, Sarkozy oder Angela Merkel tun, wenn sich herausstellt, dass Frankreich, Großbritannien und Deutschland Beihilfe zum Mord an den Hamas Mann geleistet haben. Somit kann man sich sicher sein, dass es jetzt mehr darum geht die ganzen Beteiligungen noch mehr zu verschleiern, denn tatsächlich rechtsstaatliche Amtshilfe leisten zu wollen. Und einer Tatsache sollte man sich auch bewusst sein, Khalfan ist ein hochintelligenter Mensch, der aus diplomatischen Gründen noch lange nicht alles gesagt hat was er wirklich weiss. So ist zum Beispiel auch offen, welchen der fünf Pässe die Mahmoud al-Mabhouh besaß, von ihm in Dubai genutzt wurden. War es der iranische Pass, der Syrische oder ein anderer ? Eine bedeutende Frage ohne Antwort. Sicherlich wird er auch bereits wissen, welche europäische Hilfe dem Mossad konkret zugute kam.
BND- Agenten tanzen auf allen "Hochzeiten"
Offiziell gilt Israel als Feind des Iran und umgekehrt. Ein iranischer Pass öffnet allerdings alle Türen in Dubai. Mit einem israelischen Pass hingegen darf man nicht einmal einreisen. Das Emirat verdient sehr gut als Umschlagplatz für den durch Sanktionen gehandicapten Iran. Wenn auch Dubai politisch keine Hausnummer hat, so ist es doch ein Paradies für alle Arten illegaler Aktivitäten für die Iraner. Nach dem Attentat auf den Hamas Führer müssen Reisende aus dem Westen in Dubai bereits strengere Kontrollen über sich ergehen lassen, nicht aber Iraner oder Syrer. Vielleicht macht man auch Ausnahmen bei deutschen BND Agenten, die ja schon seit Jahren mit dem Iran (aber auch dem Mossad) "rummachen" sollen. Eine deutsche Verwicklung kann man in Anbetracht diverser Hinweise zum Fall Mahmoud al-Mabhouh nicht ausschliessen, wovon nicht nur der ausgerechnet in Köln ausgestellte biometrische Pass einer der mutmaßlichen Mörder zeugt. Der Hamburger Rechtsanwalt Armin Fiand hat zum "Kölner Pass-Klüngel" Strafanzeige gestellt, die "Polskaweb" in Kopie vorliegt.
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