Warschau - "Mein Mandant ist nicht der Uri Brodski den die deutsche Staatsanwaltschaft sucht. Er ist auch kein Agent" - sagte Rechtsanwalt Marcin Maminski, Verteidiger des seit dem 4. Juni im Gefängnis von Warschau-Mokotow an der Rakowiecka Strasse unter dem Namen Uri Brodski einsitzenden Israelis. Der Mann war vom polnischen Grenzschutz auf dem Flughafen der Stadt festgenommen worden, nachdem eine Kontrolle ergab, dass gegen einen mutmaßlichen Helfer des israelischen Geheimdienstes Mossad mit gleichem Namen, ein EU-Haftbefehl (EHB) aus Deutschland vorlag. Ein Karlsruher Staatsanwalt wirft "Brodsky" vor, einem der mutmaßlichen Täter des im Januar in Dubai ermordeten Hamas- Waffenhändlers Al Mahoub dabei geholfen zu haben, durch Urkundenfälschung in den Besitz eines echten deutschen Reisepasses über das Einwohnermeldeamt Köln zu kommen. Die polnische Justiz will den Israeli nun an Deutschland ausliefern, noch ist nicht bekannt, ob dieser sich dagegen wehren wird und da die Behörden und Politik aller drei beteiligten Staaten sehr eng zusammenarbeiten, wird sich sicher eine "Lösung" des Problems finden.
Wie das deutsche Nachrichtenmagazin "Spiegel" am Wochenende berichtete, soll Uri Brodsky ein mutmaßlicher Mossad-Agent sein, der an den Vorbereitungen für die Ermordung des Hamas- Führers am 13. Januar in einem Hotel des Emirates Dubai beteiligt gewesen sei. "Mein Mandant weist diese Anschuldigungen entschieden zurück. Das ganze ist ein Irrtum, das ist nicht der Uri Brodsky, den die Deutschen haben wollen" - behauptete Rechtsanwalt Maminski und fügte hinzu, dass sein Mandant ein Geschäftsmann sei, der ursprünglich aus Wien kam und nach Wilna der Hauptstadt Litauens geflogen war. Sein geplanter Rückflug nach Tel Aviv in Israel sei aber dann storniert worden, was der Grund dafür war, dass "Brodsky" plötzlich in Warschau auftauchte.
Monika Lewandowska, Sprecherin der Bezirksstaatsanwaltschaft von Warschau-Mokotow zu den Zweifeln an der Identität des verhafteten Israelis: " Die Echtheit seines Passes wurde überprüft, das Dokument ist einwandfrei und legal". Die Möglichkeit, dass es mehr als einen Uri Brodsky gibt, schliesst sie allerdings natürlich auch nicht aus. Wir wissen schon aus der israelischen Presse, dass auch der Benutzer des Kölner Reisepasse "Michael Bodenheimer" eigentlich ein orthodoxer Rabbiner in Tel Aviv sein müsste. In Israel leben auch andere falsche "Attentäter" von Dubai, deren Pässe wahrscheinlich heimlich kopiert und zur Erstellung von Falsifikaten als Vorlage dienten.
Ministerpräsident Donald Tusk sagte am Abend zu der wahrscheinlichen Auslieferung Brodskys: "Wir sind darauf angewiesen, dass diese Situation keine negativen Auswirkungen auf die Beziehungen mit Israel nach sich zieht. Polen hat noch nie den Terrorismus unterstützt und das Gesetz bietet dem polnischen Gericht nicht allzu viele Möglichkeiten zum Handeln." "Polskaweb" sieht die ganze Angelegenheit schon alleine von daher etwas dubios, da Journalisten aus dem Hause Axel Springer, also einem sich unter jüdischer Kontrolle befindenden Verlag, von Anfang an von der Verhaftung eines "mutmaßlichen Mossad-Agenten" berichteten, obwohl es sich bei Brodsky dem Anschein nach wohl eher um einen "Sayan" handeln könnte, also einem unscheinbaren Mossad- Helfer aus der weltweiten jüdischen Diaspora.
Wir sind nun gespannt wie die Sache weitergeht.
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