Stockholm - Der von der Krakauer Staatsanwaltschaft als Hintermann des Auschwitz- Schriftzuges "Arbeit mach Frei" genannte schwedische Ex- Neonazi Anders Högström möchte jetzt so schnell wie möglich nach Polen ausgeliefert werden. Er möchte beweisen, dass er unschuldig ist und der Polizei eigentlich geholfen habe, die Diebe zu fangen - teilte am Donnertag sein Anwalt Björn Sandin mit. Högström war kürzlich aufgrund eines polnischen EU- Haftbefehls in der schwedischen Hauptstadt festgenommen und in Auslieferungshaft genommen worden. Kurz nach seiner Verhaftung hatte man in Polen bereits die angeblichen Diebe der Tafel zu Haftstrafen verurteilt, dann aber auf freiem Fuß gesetzt, obwohl sie keine Rechtsmittel gegen ihre Verurteilungen einlegten.
Bjorn Sandin betonte, dass sein Mandant nicht deshalb nun ausgeliefert werden wolle weil er nicht glaube Erfolg mit seinem Widerspruch gegen den Haftbefehl zu haben, sondern weil er die ganze Sache um seine angebliche Beteiligung an dem aufseheneregenden Diebstahl in Auschwitz aufklären will. Er sei unschuldig und erwarte, dass er in Polen entsprechend behandelt werde.
Der 34-jährige Högström wird von polnischen Behörden der Anstiftung zum Diebstahl, Sachbeschädigung und Verstoß gegen das Verbot des Handels mit Wahrzeichen beschuldigt. Das mögliche Strafmaß könnte bis zu 10 Jahren Haft bedeuten. Die Krakauer Staatsanwaltschaft hatte den schwedischen Behörden allerdings bereits zugesichert, dass Högström im Falle einer Verurteilung zu einer Haftstrafe ohne Bewährung, diese in Schweden verbüßen dürfe.
"Polskaweb" hatte bereits in mehreren Artikeln auf Ungereimheiten um den angeblichen Auschwitz- Tafel Diebstahl hingewiesen. Nach unserer Ansicht könnte nicht Högström, sondern Mitarbeiter von Behörden hinter der ganzen Sache stecken. Die ganze Angelegenheit stinkt mindestens genauso, wie der angeblich versuchte Anschlag in einem Passagierjet von Amsterdam nach Detroit Ende Dezember. Ein 23-jähriger Nigerianer hatte einen Silvesterkracher in der Unterhose, der dann den Einkauf von zehntausenden Nacktscannern im Milliardenwert auslöste.
In Auschwitz wurde kurz nach dem Diebstahl der Tafel der israelische Ministerpräsident Netanyahu erwartet. Am Tage der Tat hatte die deutsche Regierung 60 Millionen Euro für u.a. derzeit nicht notwendige Sanierungen der Auschwitz Stiftung zugesagt. Ein ausgelobtes hohes Lösegeld für Hinweise zu Tätern und der Tafel musste von Krakauer Polizisten untergebracht werden, da die angeblichen polnischen Hinweisgeber fürchteten ansonsten nicht anonym zu bleiben. Anders Högström behauptet aber der Hinweisgeber gewesen zu sein. Update: Polnische Beamte werden am Freitag nach Ostern Högström in Stockholm abholen und nach Krakau bringen.
Copyright © Polskaweb News
Diskutieren Sie diese Meldung in unserem Forum
Top Artikel
Neuere Artikel
Beliebte Artikel dieser Kategorie |
|
|
Benutzerkommentare  |
|
Durschnittliche Benutzerbewertung
|
|
Fügen Sie Ihren Kommentar hinzu
|