KRAKAU - Der als Hintermann der am 18. Dezember in Auschwitz gestohlenen Tafel "Arbeit macht frei" verdächtige Schwede Anders Högström wurde am Freitag medienwirksam an Polen ausgeliefert. Ein polnisches Militär- Flugzeug war nach Stockholm geflogen um den 35-jährigen nach Warschau zu bringen. Hier wartete auf ihn bereits ein Hubschrauber, der ihn weiter nach Krakau brachte, wo er am frühestens am kommenden Montag erstmals zu der ihm vorgeworfenen Tat gehört werden soll. Der polnische Justizministerin Krzysztof Kwiatkowski hat sich kurz nach der Ankunft des Schwedens in Polen bei seinem Amtskollegen Magnus Grenner für die "gute Zusammenarbeit" bedankt. Die beiden Minister hatten sich im Verlauf der Ermittlungen um den Diebstahl häufig persönlich ausgetauscht. Högström trug bei seiner Ankunft einen großen Karton vor sich her, worin sich entweder seine persönlichen Sachen befanden, oder auch die Beweise welche er angeblich für seine Unschuld hat. Offenbar hat er kein Geld für einen Rechtsanwalt in Polen, ihm wird somit alsbald ein Pflichtverteiger gestellt werden müssen.
Insgesamt präsentierte die polnische Polizei im Zusammenhang mit dem Diebstahl der Gedenktafel 6 mutmaßliche Täter, wovon drei Polen bereits rechtskräftig zu Haftstrafen ohne Bewährung verurteilt worden waren, deren sie sich freiwillig unterworfen hatten. Dennoch befinden sie sich "aus familiären Gründen" alle auf freiem Fuß. Zwei weiteren Polen und Högström soll nun gemeinsam der Prozeß gemacht werden, wobei die Freigelassenen dann als Zeugen gegen ihre angeblichen Tatgenossen aussagen sollen.
Högström wurde am 11. Februar in der schwedischen Hauptstadt auf der Grundlage eines von Polen ausgestellten Europäischen Haftbefehls festgenommen. Sein Stockholmer Anwalt bestreitet, dass sein Mandant mit dem Diebstahl in der NS-Gedenkstätte Auschwitz etwas zu tun habe. Zwei der bereits abgeurteilten Täter hatten den 35-jährigen Schweden als Auftraggeber in der Sache genannt. Högström drohen nun bis zu 10 Jahre Haft. Im Falle einer Verurteilung kann er die Haftstrafe in einem schwedischen Gefängnis absitzen.
Die Tafel mit der historischen Inschrift "Arbeit macht frei" war am 18. Dezember letzten Jahres gestohlen worden. Gefunden wurde sie nur wenige Stunden später, in drei Teile geschnitten, in einem Dorf in der Nähe von Torun. Am Tage des Diebstahls hatte die deutsche Bundesregierung 60 Millionen Euro für den Erhalt der Gedenkstätte Auschwitz gespendet. Wenigen Tage danach traf der israelische Premier Benjamin Netanjahu zu einem offiziellen Besuch im ehemaligen Nazi- Konzentrationslager ein. Die ganze Diebstahls- Geschichte ist nach Ansicht von "Polskaweb" nicht ganz zweifelsfrei (s. unter Polizeiberichte).
Polizei - Video von Anders Högströms Ankunft in Polen
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Fotos und Video: Polizei
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