Port-au-Prince - Haiti, ein von Elend und Katastrophen gezeichnetes Land, ist auch Wochen nach dem gewaltigen Erdbeben, mit bis zu 200 000 Toten, weit entfernt von umfassender und seriöser Hilfe. Politische Interessen, geschürtes Chaos und ausländische Verbrecher beherrschen mehr denn je die Karibik- Insel. Kinder werden entführt, hungrige Menschen wegen einem Sack Reis erschossen, Spender werden betrogen und mittendrin sitzt, die neben USA hauptsächlich von dem Desaster profitierende, internationale Pharma- Industrie. Erst vor wenigen Stunden wurde eine Gruppe von US-Bürgern ins Gefängnis von Port-au-Prince eingeliefert, nachdem sie mit 31 geraubten Kindern an der Grenze zur Dominikanischen Republik gefasst werden konnten. Etwa zur gleichen Zeit landete ein von unzähligen Spendern gesponsertes Transportflugzeug auf dem Airport von Haitis Hauptstadt, um nicht etwa Brot und Wasser, sondern Impfstoffe, Nadeln, Pflaster und Desinfektionsmittel für Massenimpfungen anzuliefern.
Während sich sogar die Amerikaner darüber aufregen, dass sie zu Spendenaktionen des roten Kreuzes auf die Webseite des Weissen Hauses umgeleitet werden, scheint es niemanden zu wundern, dass Unicef fast unbemerkt damit begonnen hat, Vorbereitungen für gigantische Impfaktionen in Haiti zu treffen. Im ersten Schritt sollen so etwa 600 000 Kindern im Alter von bis zu fünf Jahren gleich jeweils dreimal geimpft werden. Masern, Tetanus und Diphtherie Epidemien drohen - heisst es, freilich ohne weitere Erklärungen zu den Hintergründen derartiger Erkenntnisse von Unicef und WHO. "Helfen" wollten angeblich auch die an der Grenze gefassten Kindesentführer, die nichts anderes im Sinn gehabt haben dürften, mit diesen armen Wesen ihr eigenes Geschäft zu machen.
"Großzügige oder schnelle Hilfen für die Opfer von Haiti" versprachen neben Politikern und zahlreichen seriösen- und unseriösen Helfern, auch die bereits im Zusammenhang mit den falschen Pandemien in Verruf geratene Pharma- Industrie unter der Führung von Novartis, GlaxoSmithKline, Baxter, Pfitzer und Sanofi Pasteur. Diese so "großzügigen Hilfen" machen bekanntlich immer nur einen Bruchteil der Gewinne dieser Unternehmen aus, welche sich in der Regel aus Steuer- und Spendengeldern ergeben. Milliarden aus privaten Spenden dürften nach dem Erdbeben in Haiti bereits in die Kassen unzähliger "Helfer- und Hilfsorganisationen" geflossen sein. Große Teile derartiger "Einnahmen" werden meist als Verwaltungskosten einbehalten, mindestens genauso oft fliesst der Rest dorthin, wo es auch Feedbacks in Form von prall gefüllten Umschlägen gibt.
Vor allen Dingen Barspenden, also jene welche man z.B. in die Büchsen der Caritas, Kriegsgräberfürsorge oder des Roten Kreuzes findet, sind sehr begehrt, da solche Einnahmen von der Größenordnung her kaum nachvollziehbar sind. Eine Garantie, dass solche Gelder nicht auch veruntreut werden, kann von daher auch niemand objektiv abgeben. Überhöhte oder unnötige Kosten von Hilfsorganisationen erfüllen schon den Tatbestand der Veruntreuung, aber wer kontrolliert das schon. Die Menschen in Haiti brauchen Hilfe, aber keine falschen Helfer. Das in Port-au-Prince nicht alles so sauber abläuft, beweist auch, dass hungernde Menschen nicht zu Tische, sondern zu überflüssigen Impfungen geladen werden. Der weltweite Spenden- und Gesundheitsmarkt bringt alljährlich Gelder im Billionen- Bereich ein, doch davon haben die meisten hungernden und kranken Menschen der Entwicklungsländer garnichts.
© Polskaweb News Artikel vom 31.1.2010
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Geschrieben von: Elisa () am 01-02-2010 22:22