Warschau - Am Samstag waren genau drei Monate seit dem mysteriösen Absturz der Tupolew-154M mit dem polnischen Präsidenten Lech Kaczynski am Rande der russischen Stadt Smolensk vergangen. Grund genug für tausende Demonstranten erneut auf die Strasse zu gehen und wieder einmal an die dubiose Rolle der Regierung in Warschau nach der Katastrophe zu erinnern, bei der fast einhundert Menschen starben. Aufgerufen zu der Demo hatte die Bewegung "10. April", deren Mitglieder Tusk und Co. dazu zwingen wollen die Ermittlung der Wahrheit über die Hintergründe vom Tode des Präsidenten und anderen höchsten Köpfen des Staates in die Hände einer internationalen Kommission zu geben. Mit gewagten Transparenten wie "10.04. Politischer Mord", "Bürgerplattform über Leichen an die Macht" aber auch solche der Forderung nach Wahrheit machten die Aktivisten auf sich aufmerksam, denen sich im Laufe ihres Auftrittes spontan immer mehr Menschen anschlossen. Der polnische Premier Donald Tusk und sein Parteikollege Bronislaw Komorowski, der kürzlich zum Präsidenten Polens gewählt wurde, spielten tatsächlich bisher eine beklagenswerte Rolle in dem Mysterium, so überliessen sie es z.B. alleine Moskau Ermittlungen und Ergebnisse zu gestalten.
Am Samstagnachmittag versammelten sich Mitglieder der Bewegung 10. April auf dem Warschauer Pilsudski-Platz. Sie waren gut vorbereitet und demonstrierten in Form eines informellen Happenings vor interessierten Bürgern und zufällig vorbeiziehende Passanten. Genau 96 Aktivisten trugen weisse T-Shirts mit fortlaufender Nummerierung von 1 bis 96 als Symbol für die Zahl der Todesopfer der Flugzeugkatastrophe bei Smolenks. Auf der Rückseite ein großes Fragezeichen und der Satz: "Wir schulden es denen, die dort starben".
Auf weiteren Spruchbändern und über Megaphone forderten die Demonstranten forderten die Regierung auf, eine unabhängige internationale Untersuchuchungskommission mit der Aufklärung der Ereignisse von und nach Smolensk zu beauftragen, die Wrackteile der abgestürzten Tupolew und die Blackboxen der Maschine nach Polen zu schaffen. Sie beklagen auch, dass Moskau weiterhin persönliche Gegenstände der Opfer ohne Angabe von Gründen zurückhalte und durch mangelhafte erkennungsdienstliche Maßnahmen nicht einmal klar sei wer denn in den Särgen liege, welche die Angehörigen der Opfer zu Grabe getragen haben.
Die Mitglieder der Organisation "10. April" zeigen sich vor allen Dingen besorgt über die Passivität der polnischen Behörden zur Klärung der Umstände der Katastrophe - erfährt man auf ihrer Webseite. Die Initiatoren dieser Bewegung sind: "Frauen für die Republik" (Kobiety dla Rzeczpospolitej) , die "Republikanische Stiftung" (Fundacja Republikanska), das Jagiellonen-Institut, Das "Zentrum für politisches Denken" (Osrodek Mysli Politycznej), die "Bewegung Politische Theologie" (Teologia Polityczna), sowie die Stiftungen "Ius et Lex" (Fundacja Ius et Lex) und "Staatsbürgerliche Verantwortung" (Fundacja Odpowiedzialnosc Obywatelska).
Webseite Organisation "10. April
Über die Tupolew Katastrophe lesen Sie ausführlich unter Smolensk I und Smolensk II bei Polskaweb.
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