
Wie viele Jahre halten Sie ohne Sex durch ? Eine unsinnige Frage ? Nicht für die Gefangene. Nur sehr wenige von ihnen können manchmal auf intime Zweisamkeit mit einem geliebten Menschen zählen. Der Rest muss warten, bis er wieder aus dem Gefängnis entlassen wird. Aber nicht jeder ist schadlos in der Lage zu widerstehen. Nur ein paar Tage ohne körperliche Liebe und für die meisten von uns beginnt schon ein Aufbau sexueller Spannungen. Manche Menschen kommen hiermit gut klar, für andere ist das Fehlen von Sex ein Alptraum. Ganz besonders leiden dann Männer mit höheren Testosteronspiegeln. So natürlich auch und umso härter bei Gefangenen, denn dieses Hormon hat Einfluss auf die Aggression und mehr Menschen neigen bei hoher Konzentration zu kämpfen, was schon den römischen Feldherren oder Napoleon bestens bekannt war. Offiziell ist Sex weder in deutschen- noch in polnischen Haftanstalten zugelassen. Es gibt allerdings einige wenige Ausnahmemöglichkeiten im gelockerten Vollzug wo ausgewählte Häftlinge ihre Ehefrauen bzw. Ehemänner ohne Anwesenheit von Vollzugsbeamten empfangen können. Hier kommt es in der Regel dann auch zum Geschlechtsverkehr was von Psycho- und Soziologen ausdrücklich unterstützt wird um vor allen Dingen junge Familien vor dem Auseinanderbrechen u.a. zu bewahren. Aber was machen alle anderen ohne Sex ?
In Polen gibt es 85 Gefängnisse und ähnlich wie in der Bundesrepublik sind die meisten von diesen geschlossen, einige offen oder halboffen. Die größte polnische Strafanstalt mit rund 1500 Haftplätzen befindet sich in Wronki (dt. Wronke), unweit der großpolnischen Metropole Poznań. Insgesamt sitzen im ganzen Land über 90 000 Gefangene ein, viel mehr als in jedem anderen EU- Land. 73.000 von ihnen sind bereits verurteilte Straftäter. Eine so große Anzahl von Gefangenen, von denen die meisten von ihnen keinen Anspruch auf eheliche Besuche haben, macht die sexuelle Gewalt in polnischen Gefängnissen nicht gerade zur Ausnahme, sondern eher schon zum Regelfall. So gibt es auch regelmäßig Anzeigen von meist jüngeren Gefangenen die Opfer von gemeinschaftlichen Vergewaltigungen wurden. Die offiziellen Zahlen der Opfer solcher kollektiven Exzesse liegen bei 3,1 Prozent der Insassen von Strafanstalten, die Dunkelziffer dürfte sich aber durchaus im zweistelligen Bereich bewegen. Nach Schätzungen der polnischen Justizverwaltung sind etwa 12 Prozent der Gefangenen irgendwann schon einmal Opfer sexueller Gewalt während der Haft geworden, wobei vor allen Dingen die Statistiken aus Jugendstrafanstalten solche hohen Prozentzahlen erzeugen.
Die Obrigkeiten in Deutschland und Polen sind allerdings zu dumm oder unwillig die Ursachen derartiger Aggressionen mit humanen Mitteln wirksam zu bekämpfen. Für die Strafanstalten würde dies einzig die Herausgabe einiger überflüssiger Verwaltungs- oder Kirchenräume zur zeitweisen Überlassung an Gefangene und ihren Liebsten bedeuten, wie dies in Südeuropa schon immer der Fall ist. Mehr noch als dies wäre aber zu wünschen, dass man die Kriminalität dahingend eindämmt indem man sie bei der Wurzel packt. Das heisst Armut eindämmen anstatt die eigene Gilde über falsche Kriege, Börsenstürze und Krisen zu sponsern und zerstörte Familien/Scheidungsopfer weitestgehend zu unterstüzten und die hieraus heranwachsenden jungen Menschen mit freundlichen Augen und gutem Willen auf ihrem Weg begleiten. Der gute Wille in dieser Hinsicht reicht natürlich aber nicht, wenn es dann an Intelligenz hapert solche Präventions- und Unterstützungsmaßnahmen effektiv umzusetzen. Den aktuellen Besatzungsmächten, ungeschickten Verschwörern und Ex- Nazis trauen zumindest wir den hierzu notwendigen Grips nicht zu.
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Ganz Berlin kennt Pobereit.
Geschrieben von: Epikur Hedon () am 06-09-2011 00:30