Smolensk - In den schleppenden Ermittlungen um die mögliche Ursache der Flugzeugkatastrophe von Smolensk vom 10. April will die Staatsanwaltschaft nun den Autor eines Video- Films ermitteln, der bereits seit vier Wochen im Internet Furore macht. Es handelt sich um Aufnahmen die nur wenige Minuten nach dem Crash der Tupolew an der Absturzstelle entstanden waren. Der Film scheint deshalb so spektakulär, da hier Szenen gezeigt werden die auf Verbrechen hindeuten. Polnische Experten des Inlandgeheimdienstes ABW haben inzwischen die Echtheit des Filmes bezüglich Zeit und Ort bestätigt.
Auf einer russischen Webeseite erschien schon wenige Stunden nach dem tragischen Ereignis auf einem Flughafen nahe Smolensk, bei dem auch der polnische Präsident Lech Kaczynski ums Leben kam, das besagte Video. Jemand mit dem Namen bzw. Pseudonym "Adrij Mendierej", der sich als Journalist aus der Ukraine outete, hatte es hochgeladen und veröffentlicht. Der nur 84 Sekunden dauernde Film, lässt Überreste von Menschen, Kleidung und Gepäck vermissen, doch vernimmt man deutlich Schussgeräusche und laute Stimmen die polnisch bzw. russisch sprechen. Bei der Betrachtung einer Überarbeitung der Aufnahmen in Zeitlupe, kann man tatsächlich den Eindruck gewinnen, dass nicht alle Passagiere beim Absturz starben, sondern einige möglicherweise durch Kugeln danach.
Zweifel an der Echtheit des Videos bekam man allerdings, als ukrainische Blogger von der Ermordung "Adrij Mendierejs" berichteten, was die Brisanz der Aufnahmen noch unterstreichen sollte. Aus inoffiziellen Quellen war aber zuletzt bereits zu erfahren, dass es weltweit gar keinen Journalisten "Adrij Mendierej" gibt, sondern der Film von einem Mitarbeiter eines der Absturzstelle naheliegenden Autohauses gedreht wurde, der anschliessend sein bedeutendes Werk über einen allgemein genutzten Computer ins Internet geladen haben soll. Wie die polnische Staatsanwaltschaft jetzt den Autor des Filmes ausmachen will, ist unklar, denn sie selbst hat keine Möglichkeit in Russland aktiv zu werden und bisherige Rechthilfeersuchen an Moskau, sind weitestgehend unbeantwortet.
Die Mordgeschichte um "Adrij Mendierej" wurde auch von auf Verschwörungstheorien spezialisierten deutschen Portalen als angeblich nachvollziehbar publiziert. Die gleichen Websites berichteten auch davon, dass der Rumpf der abgestürzten Tupolew sich in Tausende Teile, als mehr oder weniger in Luft aufgelöst habe und dies durch eine Bombe geschehen sein müsse. Unser Foto oberhalb spricht dagegen, wenn auch tatsächlich der Rest nur noch Kleinteile ausmacht und die Bestuhlung des Flugzeuges nach dem Crash garnicht mehr zu sehen war. Verständnis muss man aber dafür haben, dass ein Internet- User einen derartig wichtiges Video unter falscher Identität veröffentlicht.
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