Smolensk - Prozessionen und Demonstrationen vor dem Warschauer Präsidentenpalast und Pilgerfahrten und Ausflüge an die Absturzstelle der polnischen Tupolew die am 10. April bei Smolensk vom Himmel gekommen sein soll, liegen derzeit stark im Trend. Wenn auch kaum jemand bisher wirklich etwas an diesem grausigem Ort gesehen oder gefunden hat, die Touristen oder jene welche sich als solche ausgaben, bringen immer irgendetwas heim und wenn es nur ein Schuh oder ein angebrannter Reisepass ist. Doch worüber jetzt der polnische Priester Marek Kiedrowicz an der Absturzstelle des Präsidentenflugzeuges gestolpert sein will, soll ein kompletter Unterkiefer plus einigen weiteren Knochen darstellen, deren Herkunft man nur einem der 96 Insassen der Todesmaschine zuordnen könne - heisst es. Vor bereits fünf Monaten meldete die polnische Regierung die Zusammenstellung einer Gruppe von Archäologen, die in Smolensk die Erde umgraben sollen, gesehen hat die "Spezialisten" dort allerdings noch niemand.
Pater Marek behauptet, dass er über die Knochenfragmente und Zähne nur rein zufällig gestolpert sei. "Wir waren nicht in Smolensk um dort nach Überresten der Opfer oder des Flugzeuges zu suchen, sondern um zu beten. Das Wetter hat in diesem Tage auch mitgespielt, denn an den Tagen davor regnete es eigentlich ununterbrochen, was möglicherweise das Hervorspülen der menschlichen Überreste begünstigte. Wir waren sehr schockiert über das was wir da sahen. Ich habe mich dann entschieden die Teile mitzunehmen und einzufrieren um sie vor Schändungen zu schützen Wir packten sie in eine Platiktüte und wickelten diese dann in einen rotweissen Wimpel, den ich bis zum Ende der Reise bei mir trug" - interpretieren polnische Medien den Priester und fügen hinzu, dass dieser sich nach seiner Rückkehr aus Russland an den Anwalt der Familien der Opfer des Flugzeugabsturzes, Herr Rafal Rogalski, mit seiner Fracht gewandt habe, der seinerseits dann die Fundstücke an die Militär-Staatsanwaltschaft in Warschau weiterleitete.
Auf einer heutigen Pressekonferenz, sagte der die Tupolew- Untersuchungen leitende Warschauer Militärstaatsanwalt General Parulski zu den angeblichen Knochenfunden: "Es schmerzt uns sehr. - Wir sind davon überzeugt, dass an der Absturzstelle des Tu-154 Flugzeuges noch viele weitere Überreste der Opfer herumliegen können. In naher Zukunft werden polnische Archäologen und Geophysiker sich auf den Wege nach Smolensk machen und den Boden dort akribisch untersuchen. Das wird helfen diese grausame Ungewissheit zu beseitigen". Parulski gab auch zu, dass das Wrack der "Unglücksmaschine noch immer nicht durch die russische Seite gesichert worden sei. Verantwortlich für diese beweisvernichtende Unterlassung sei die Untersuchungskommission der MAK in Moskau. Diese wiederum behauptet, dass der Gouverneur von Smolensk alle Schritte zur Sicherung der Maschine eingeleitet habe und hierzu bereits Kosten in Höhe von 7 Millionen Rubel erstattet habe.
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Es gab keinen Flugzeugabsturz
Geschrieben von: jurand () am 02-10-2010 12:41