Smolensk - Am Montag Nachmittag haben Experten der russischen Untersuchungskommission an der Absturzstelle der Tu - 154M, welche am Samstag den polnischen Präsidenten und 95 teils hochrangige Begleiter in den Tod riss, den Dritten noch vermissten Flugschreiber der Maschine gefunden. In diesem sollen sich u.a. die technischen Aufzeichnungen über ihre die Flugbewegungen, wie Höhe, Geschwindigkeit usw. befinden. Das Gerät soll allerdings stark beschädigt sein. Es befindet sich auf dem Wege nach Moskau zur Analyse - heisst es. 40 von 96 Opfern der Tragödie wurden inzwischen identifiziert, hierunter fast alle Leibwächter des Präsidenten. Am Morgen hatte man auch die ebenfalls getötete Ehefrau Kaczynskis an einem Ring erkannt. 9 Leichen vermutet man noch unter Trümmerteilen bzw. im Rumpf des Wracks der Tupolew. In Moskau waren, ohne Lech Kaczynski, wie man zuletzt feststellte, nur die Überreste von 86 Opfern angekommen. Am späten Abend gab man auch erste Ergebnisse der Auswertung des Voice- Recorders aus dem Cockpit bekannt. Demnach gebe es keine Anzeichen von Druck auf den Piloten, die Landung auf jeden Fall einzuleiten.
Schon den dritten Tag sucht man auch nach den Waffen aller sieben Leibwächter von Lech Kaczynski, nichts hiervon konnte bis einschliesslich Montag gefunden werden. Dies stimmt die polnischen Ermittler vor Ort, die von der Anzahl her zwischen den vielen russischen Experten kaum auffallen, genauso bedenklich wie die Tatsache, dass heute ein zweiter Fluglotse im Beisein eines polnischen Staatsanwaltes vernommen wurde und die Aussage des Ersten, teilweise korrigierte. Lotse 1 behauptete, dass die polnische Crew der Tupolew nicht gut russisch sprach und Höhenangaben nicht wie vorgeschrieben bestätigte. Lotse 2 sagte, dass die Polen kaum Russisch beherrschten und man sich in einem " Gemisch aus englischen- und russischen Brocken " verständigen musste.
Ob Tower und Crew Probleme mit der im Luftverkehr allgemein verwendeten englischen Sprache hatten, oder nur eine Partei, wurde nicht bekannt gegeben. Die Auswertung der ersten zwei geborgenen Flugschreiber hat am Montag begonnen. Nichtsdestotrotz berichteten Medien bereits über Ergebnisse, die noch garnicht vorliegen konnten. An der Unfallstelle recherchieren neben über 200 russischen Ermittlern, hierunter 60 Staatsanwälte, auch einige wenige polnische Spezialisten. Die Russen haben sozusagen alles im Griff. Dies gilt auch für die Medien. Die russische Nachrichten Agentur Itar-Tass gibt hierbei die Marschrichtung vor. Sie war es auch, welche als erstes bekanntgab, dass weder die russischen Fluglotsen, noch der technische Zustand der Tupolew für den Absturz verantwortlich waren, obwohl zu diesem Zeitpunkt noch niemand dahingehend Ermittlungen angestellt hatte.
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Geschrieben von: Zeta () am 13-04-2010 15:02