Lange wurde gerätselt ob der russische Regierungschef Vladimir Putin am 1. September nach Danzig kommen wird, oder nicht. Eine Einladung zu den Gedenk-Feiern zum 70. Jahrestag von Ausbruch des Zweiten Weltkrieges hatte er schon vor Monaten übermittelt bekommen, doch seine endgültige Entscheidung zur Teilnahme immer weiter hinausgezögert. Jetzt aber scheint es definitv festzustehen, dass der in Polen nicht sehr beliebte russische Chef- Politiker in die alte Hansestadt kommen wird, was man nun sogar auf der Webseite der Botschaft der Russischen Föderation in Warschau lesen kann. Nach Angaben aus diplomatischen Quellen in der polnischen Hauptstadt, habe Putin vor allen Dingen deshalb zugesagt, weil er den Polen persönlich "etwas zu sagen habe". In polnischem Verständnis klingt diese Ankündigung allerdings gar wie eine Drohung, wenn man weiß, dass Warschau mit Vehemenz vom Kreml ein Anerkenntnis zur sowjetischen Komplizenschaft mit Hitler forderte, welche gemeinsam den zweiten Weltkrieg geplant und ausgelöst haben.
Andere hohe ausländische Gäste zu den Feierlichkeiten, wie die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, oder die Präsidenten der baltischen Länder, hatten ihr Erscheinen am 1. September in Danzig schon vor längerer Zeit angekündigt. Für die Deutsche Regierungschefin ist ihr Auftritt in Polen an diesem gedenkreichen Tage natürlich Pflicht, wenn es auch nicht unbedingt Danzig sein muss, wo der Krieg eigentlich nicht begonnen hatte. Alle ausländischen Staatsgäste, bis auf Wladimir Putin, werden neben dem polnischen Premier auch mit Präsident Lech Kaczynski zusammenkommen. Der russische Regierungschef soll ein solches Treffen abgelehnt haben, angeblich will er nur mit Tusk und Merkel während seines Kurzbesuches zusammenkommen. Putin habe in diesem Zusammenhang verlauten lassen, dass er nicht nur zu "Höflichkeiten" nach Polen komme, sondern auch eine wichtige Mitteilung zu machen habe. Der russische Premier hatte Polen zuletzt im Januar 2005 besucht, wo er an den Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag der Befreiung des nationalsozialistischen Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau teilnahm. Im Jahre 2002 war er zu einem offiziellen Staatsbesuch in Polen.
Die Geschichte kommt vor allen Dingen derzeit nach Mittel- und Osteuropa zurück, wo man sich jetzt nach der Öffnung alter Archive immer mehr wegen gegenseitigen Greueltaten des vergangenen Jahrhunderts in die Haare bekommt. Während man sich in Deutschland lieber mit dem Fußball beschäftigt wie mit den eigenen unschuldigen Opfern damaliger Zeiten, geht es in Moskau, Kiew, Vlilnius und Warschau teilweise heiss her. Vor allen Dingen Warschau macht Druck auf Moskau und verlangt Entschuldigungen und Entschädigungen für Greueltaten der Sowjets. Andere osteuropäischen Länder fordern ähnliches von Polen, im Falle der Ukraine auch umgekehrt. Das halboffizielle Motto heisst:" Versöhnung ja, aber nur über die Wahrheit der Geschichte". Dies kann man eigentlich nur begrüssen, doch mit der Wahrheit tun sich alle fast gleich schwer. Angela Merkel hat mit diesen Problemen im Osten wenig am Hut, denn sie ist die Vertreterin der Allein-Schuld der Deutschen und muss des Friedens wegen auch die Verbrechen anderer Nationen, während dieses grausamsten Kapitels der Geschichte, regungslos hinnehmen und ggf. entschuldigen und entschädigen.
Wir sind gespannt darauf was Wladimir Putin der Welt am 1. September zu sagen hat. Mit Sicherheit wird es aber kein Geständnis für die Taten Stalins und der Sowjets sein. Diese hatten Polen gleichfalls im September 1939 überfallen, wenn auch erst 17 Tage später als Hitlerdeutschland. Stalin war schlau und hat den Deutschen erst einmal die Hauptschlacht überlassen um dann zum Ende der deutsch-polnischen Kampfhandlungen fliehende polnische Truppen in die Zange zu nehmen und im großen Umfange zu vernichten.
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